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Erste genetische Verbindungen für Borderline-Persönlichkeitsstörung gefunden

Wissenschaftler haben die ersten genetischen Marker identifiziert, die jemals mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung in Verbindung gebracht wurden, einer Erkrankung, die Forscher aufgrund ihrer komplexen Mischung aus...

Wissenschaftler haben die ersten genetischen Marker identifiziert, die jemals mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung in Verbindung gebracht wurden, einer Erkrankung, die Forscher aufgrund ihrer komplexen Mischung aus emotionaler Instabilität, Impulsivität und Beziehungskonflikten lange verwirrt hat. In der bisher größten genetischen Analyse der Störung fand ein Forscherteam 11 spezifische Stellen im menschlichen Genom, die eine Rolle zu spielen scheinen.

Eine genomweite Suche über Zehntausende von Menschen

Die Studie, die von Forschern in den USA und Europa geleitet wurde, analysierte genetische Daten von mehr als 150.000 Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung und verglich sie mit Daten von über 2 Millionen Menschen ohne die Erkrankung. Dieser massive Umfang ermöglichte es dem Team, Muster zu erkennen, die kleineren Studien entgangen waren. Die 11 identifizierten genetischen Stellen sind die ersten robusten Verbindungen zwischen DNA und der Störung und öffnen eine Tür zum Verständnis ihrer biologischen Wurzeln.

Warum dies für die Menschen mit der Erkrankung wichtig ist

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung betrifft schätzungsweise 1 bis 2 Prozent der Weltbevölkerung, hat aber weit weniger genetische Forschungsaufmerksamkeit erhalten als Erkrankungen wie Schizophrenie oder bipolare Störung. Für die Menschen, die damit leben, und für ihre Familien bedeutete das Fehlen biologischen Verständnisses oft Stigmatisierung und begrenzte Behandlungsmöglichkeiten. Die neuen Erkenntnisse bieten weder eine Heilung noch einen diagnostischen Test, aber sie geben Forschern einen Ausgangspunkt, um zu erforschen, wie Gene die an der Emotionsregulation und Impulskontrolle beteiligten Gehirnschaltkreise beeinflussen.

Was die genetischen Daten tatsächlich enthüllten

Die 11 genetischen Stellen sind über mehrere Chromosomen verteilt, und viele von ihnen liegen in der Nähe von Genen, von denen bereits bekannt ist, dass sie an der Gehirnentwicklung und der Signalübertragung zwischen Neuronen beteiligt sind. Einige dieser gleichen Gene wurden mit anderen psychiatrischen Erkrankungen in Verbindung gebracht, was auf überlappende biologische Pfade hindeutet. Die Studie fand kein einzelnes Gen, das die Borderline-Persönlichkeitsstörung verursacht. Stattdessen deuten die Ergebnisse auf viele kleine genetische Beiträge hin, die zusammen das Risiko einer Person erhöhen.

Die Forscher betonten, dass Genetik nur ein Teil des Puzzles ist. Umweltfaktoren, Traumata und Lebenserfahrungen spielen ebenfalls eine große Rolle dabei, wer die Störung entwickelt. Aber eine genetische Karte zu haben, selbst eine frühe, erlaubt es Wissenschaftlern, präzisere Fragen darüber zu stellen, wie die Störung entsteht.

Eine Grundlage für zukünftige Forschung

Diese Studie markiert einen Wendepunkt für eine Erkrankung, die auf molekularer Ebene schlecht verstanden wurde. Die 11 genetischen Stellen sind erst der Anfang. Größere Studien mit vielfältigeren Populationen werden wahrscheinlich viele weitere aufdecken. Vorerst geben die Erkenntnisse Klinikern und Forschern einen biologischen Halt in einem Feld, das sich fast ausschließlich auf Verhaltensbeschreibungen gestützt hat. Die Arbeit wurde in einer großen wissenschaftlichen Zeitschrift veröffentlicht und hat bereits Interesse von Laboren auf der ganzen Welt geweckt, die die Ergebnisse replizieren und erweitern wollen.

Quelle: Nature News

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