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Gold-Metakristall bringt Quantentechnik auf Raumtemperatur

Ein winziger Goldkristall, dünner als ein menschliches Haar, hat etwas geschafft, was kein natürliches Material zuvor konnte: verschiedene Quantenzustände von Licht bei Raumtemperatur zu sortieren und zu transportieren. Dieser...

Ein winziger Goldkristall, dünner als ein menschliches Haar, hat etwas geschafft, was kein natürliches Material zuvor konnte: verschiedene Quantenzustände von Licht bei Raumtemperatur zu sortieren und zu transportieren. Dieser Durchbruch, berichtet in Nature von Forschern der Louisiana State University in den USA, könnte die Quantentechnologie von den sperrigen, extrem kalten Kühlsystemen befreien, die sie lange Zeit auf spezialisierte Labore beschränkt haben.

Ein Material, das die Hitze ignoriert

Fast jedes bisher entdeckte Quantenmaterial muss auf nahe den absoluten Nullpunkt gekühlt werden. Bei normalen Temperaturen bringt Hitze Atome zum Schwingen, und diese Schwingungen zerstören die empfindlichen Quanteneffekte, die Wissenschaftler brauchen. Diese Bewegung zu unterdrücken erfordert typischerweise große Kryosysteme, was Quantengeräte für den Alltag unpraktisch macht.

Das LSU-Team unter der Leitung von außerordentlichem Professor Omar S. Magaña-Loaiza hat ein Material entwickelt, das dieses Problem komplett umgeht. Sie starteten mit einem dünnen Goldfilm auf einem Glaschip und nutzten fokussierte Ionenstrahlen, um Hunderte mikroskopisch kleine Schlitze hineinzuätzen. Jeder Schlitz wirkt wie ein künstliches Atom, ein Meta-Atom. Zusammen bilden diese Meta-Atome eine Struktur, die sich wie ein Kristall verhält, aber so in der Natur nicht existiert.

Ein Filter für Quantenlicht

Wenn Licht auf den Chip trifft, wandert es über die Goldoberfläche und interagiert mit den konstruierten Meta-Atomen. Durch die Anpassung von Größe, Form und Abstand der Schlitze erlangten die Forscher präzise Kontrolle darüber, wie das Material verschiedene Quantenzustände von Licht verarbeitet. Der Metakristall wirkt wie ein Filter, der jede Art von Quantenlicht auf seinen eigenen Weg lenkt, während er die darin enthaltene Information bewahrt.

Chenglong You, ein ehemaliger Postdoktorand, jetzt an der University of Electronic Science and Technology of China, sagte, der aufregendste Moment war, als das Material exakt so funktionierte, wie die Theorie es vorhersagte. „Zu sehen, dass es genau so funktioniert, wie wir es vorhergesagt hatten, war unglaublich lohnend“, sagte er.

Ein Bauplan für zukünftige Quantengeräte

Über die Demonstration eines einzelnen neuen Materials hinaus etabliert die Studie eine Designstrategie, die genutzt werden könnte, um eine ganze Familie von Quantenmaterialien bei Raumtemperatur zu erschaffen. Solche Materialien könnten letztlich Quantencomputer, sichere Kommunikationssysteme, fortschrittliche Sensoren und neue Energietechnologien unterstützen.

Der Fortschritt adressiert eine der bedeutendsten Barrieren in der Quantenmaterialforschung. Während die Arbeit noch in den Anfängen steckt, bietet sie einen praktischen Weg zu Quantengeräten, die unter alltäglichen Bedingungen funktionieren, ohne Tiefkühlung.

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