Ein Kenianer wollte so sehr eine Auszeit von der Arbeit, dass er einen Freund überredete, ihm bei einer vorgetäuschten Entführung zu helfen - und landete vor Gericht.
Der Plan flog auf, als die Polizei in Nairobi den 30-jährigen Mann aufspürte, der tagelang verschwunden war, während sein Arbeitgeber und seine Familie in Panik gerieten. Die Beamten fanden ihn unverletzt im Haus eines Freundes - keine Entführer in Sicht.
Ein Verschwinden, das nicht zusammenpasste
Am 14. April verließ der Mann seinen Arbeitsplatz in Nairobi und tauchte einfach nicht mehr auf. Sein Arbeitgeber meldete ihn als vermisst, nachdem er mehrere Tage nicht zurückgekehrt war. Die Polizei leitete eine Suche ein und behandelte den Fall als mögliche Entführung.
Die Ermittler verfolgten sein Handysignal und stellten fest, dass er bei einem Freund in einem Wohngebiet der Stadt untergekommen war. Als sie eintrafen, fanden sie den Mann entspannt und wohlauf - nicht gefesselt, nicht gegen seinen Willen festgehalten. Er gab zu, das gesamte Verschwinden inszeniert zu haben, weil er nicht zur Arbeit gehen wollte.
Die Kosten einer vorgetäuschten Entführung
Der Mann erschien am 29. April vor einem Richter in Nairobi. Er bekannte sich schuldig, einem öffentlichen Amtsträger falsche Informationen gegeben zu haben. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 50.000 Kenianischen Schilling - etwa 385 US-Dollar - oder sechs Monaten Gefängnis.
Sein Freund, der ihm bei dem Schwindel half, wurde ebenfalls festgenommen und separat angeklagt. Anwohner und Arbeitgeber in Nairobi zeigten sich verärgert über den Fall und sagten, solche Aktionen verschwendeten Polizeizeit und untergrüben echte Entführungsmeldungen.
Für einen Mann, der einfach nur einen freien Tag wollte, erwies sich der Preis als weit höher als jeder Lohn, den er verdient hätte.