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Mäusestudie: Medikament könnte Traumafolgen verhindern

Eine Einzeldosis eines Medikaments, die Mäusen kurz nach einem stressigen Ereignis verabreicht wurde, schien die Tiere davor zu bewahren, traumaähnliche Verhaltensweisen zu entwickeln. Die von Forschern in Deutschland...

Eine Einzeldosis eines Medikaments, die Mäusen kurz nach einem stressigen Ereignis verabreicht wurde, schien die Tiere davor zu bewahren, traumaähnliche Verhaltensweisen zu entwickeln. Die von Forschern in Deutschland veröffentlichte Erkenntnis deutet darauf hin, dass eine Pille eines Tages die psychischen Auswirkungen schrecklicher Erfahrungen beim Menschen abmildern könnte.

Die Studie konzentrierte sich auf ein Molekül, von dem bekannt ist, dass es die Art und Weise beeinflusst, wie das Gehirn Angst verarbeitet. Wenn Mäuse das Medikament direkt nach einem schweren Schock erhielten, zeigten sie nicht die üblichen Anzeichen von langfristigem Stress, wie das Meiden von Orten, die mit dem Ereignis verbunden sind. Mäuse, die keine Behandlung erhielten, zeigten diese Verhaltensweisen über Wochen.

Ein Zeitfenster nach dem Ereignis

Das Experiment fand an einem Neurowissenschaftsinstitut in München statt. Forscher setzten eine Gruppe von Mäusen einem kurzen, aber intensiven elektrischen Schock in einer bestimmten Kammer aus. Eine andere Gruppe erhielt denselben Schock, aber auch eine Injektion der experimentellen Verbindung innerhalb von Minuten danach.

Im folgenden Monat erkundeten die behandelten Mäuse die Kammer frei, während die unbehandelten Mäuse am Eingang zögerten und erstarrten, als sie hineingesetzt wurden. Das Team maß Stresshormone und untersuchte Hirngewebe und stellte fest, dass das Medikament die Überaktivierung eines bestimmten neuronalen Pfades zu blockieren schien, der mit der Bildung von Angstgedächtnissen verbunden ist.

Lokale Wissenschaftler sagten, die Ergebnisse seien auffällig, weil das Medikament die Erinnerung an den Schock nicht löschte. Die Mäuse erinnerten sich noch an das Ereignis, aber sie verbanden keine überwältigende Angst damit. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil das vollständige Löschen von Erinnerungen kein realistisches oder ethisches Ziel für die Traumaversorgung ist.

Warum dies über das Labor hinaus wichtig ist

Die Studie ist klein und tierbasiert, daher wird es Jahre dauern, bis eine Behandlung am Menschen getestet werden kann. Aber die Idee einer präventiven Intervention, die nach einem traumatischen Ereignis und nicht Monate später verabreicht wird, ist seit langem ein Ziel in der Psychiatrie. Aktuelle Optionen umfassen hauptsächlich Therapie oder Antidepressiva, die langsam wirken und nicht jedem helfen.

Die Forscher in Deutschland planen nun Folgestudien mit verschiedenen Stressoren und längeren Beobachtungszeiträumen. Sie wollen auch sehen, ob das Medikament oral wirkt, nicht nur per Injektion, und ob es bei wiederholter Anwendung Nebenwirkungen hat.

Für Menschen, die Gewalt, Unfälle oder Katastrophen erleben, sind die ersten Stunden nach dem Ereignis chaotisch. Ein einfaches Medikament, das von Ersthelfern oder Notärzten verabreicht werden könnte, könnte die Zahl der Menschen reduzieren, die eine posttraumatische Belastungsstörung entwickeln. Diese Möglichkeit, noch fern, macht diese Mäusestudie zu mehr als einer Fußnote in neurowissenschaftlichen Zeitschriften.

Die Forschung beweist nicht, dass das Medikament beim Menschen wirkt, und viele Verbindungen, die bei Nagetieren erfolgreich sind, scheitern in klinischen Studien. Aber sie bietet ein konkretes biologisches Ziel und einen klaren Zeitplan für die Intervention. Die nächsten Schritte werden zeigen, ob dieses frühe Versprechen in ein praktisches Werkzeug zur Verhinderung des langen Schattens von Traumata umgesetzt werden kann.

Quelle: DW News

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