Ein nächtliches Satellitenbild fing Taifun Jangmi ein, als er sich Südjapan näherte, und offenbarte ein riesiges, leuchtendes Auge sowie komplexe Wirbelstrukturen im Sturm. Die Aufnahme aus dem All vom 31. Mai 2026 zeigt einen Sturm, der fast lebendig wirkte, mit bodennahen Zirkulationsmerkmalen, die entlang der Ostseite seines Auges wirbelten.
Ein riesiges Auge aus dem Weltall sichtbar
Die Satellitenansicht stammt vom VIIRS-Instrument an Bord des Satelliten Suomi NPP. Sie zeigte, dass Jangmis Auge ungewöhnlich groß war im Vergleich zu den meisten tropischen Wirbelstürmen, so Scott Braun, ein Forschungsmeteorologe am Goddard Space Flight Center der NASA. Das Bild fing auch Mesozyklone ein, rotierende Strukturen, die teilweise unter höheren Wolken verborgen waren. Braun sagte, diese Strukturen seien zwar optisch auffällig, aber für Stürme dieser Art normal.
Zum Zeitpunkt der Aufnahme meldete das Joint Typhoon Warning Center anhaltende Winde von 120 Kilometern pro Stunde, was einem Hurrikan der Kategorie 1 entspricht. Der Sturm zog nordnordwestlich über die Philippinensee in Richtung Japan.
Sturm verstärkt sich, als Regenbänder Land erreichen
Ein zweites Satellitenbild, das einen Tag später vom Satelliten NOAA-20 aufgenommen wurde, zeigte, dass Jangmi sich leicht verstärkt hatte. Die anhaltenden Winde stiegen auf 130 Kilometer pro Stunde. Auf beiden Bildern blieb das Sturmzentrum südlich von Okinawa, aber seine äußeren Wolkenbänder hatten sich bereits über Teile Japans ausgebreitet.
Prognosen deuteten darauf hin, dass der Taifun nahe Okinawa vorbeiziehen würde, bevor er um den 1. bis 2. Juni nach Nordosten in Richtung der Region Amami dreht. Meteorologen erwarteten starke Regenfälle, besonders entlang der japanischen Pazifikküste, was Sorgen vor Überschwemmungen und anhaltenden Starkregen auslöste.
Warum es die Einheimischen betraf
Für die Bewohner Südjapans war Jangmi nicht nur ein spektakulärer Anblick aus dem All. Die langsame Bewegung des Sturms und seine breiten Regenbänder bedeuteten anhaltende, intensive Regenfälle über ein weites Gebiet. Überschwemmungen wurden zu einer echten Bedrohung, besonders in tiefliegenden Küstenzonen. Die Annäherung des Sturms störte den Alltag und führte zu einer genauen Überwachung durch die Wetterbehörden.
Ein Porträt des Sturms von oben
Die nächtlichen Aufnahmen, die vom NASA Earth Observatory mit VIIRS Tag-Nacht-Band-Daten erstellt wurden, boten einen seltenen und klaren Blick auf die innere Struktur eines Taifuns. Das große Auge und die sichtbaren Mesozyklone erinnerten Wissenschaftler und Öffentlichkeit eindringlich an die komplexen Kräfte, die in einem mächtigen Sturm wirken. Als Jangmi sich Japan näherte, wurde sein Erscheinungsbild aus dem All zu einem eindrucksvollen Symbol für die Größe und Präzision der Natur.