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Unfälle mit Tieren in Hongkong steigen um das Elffache

Unfälle mit Tieren im Straßenverkehr haben in Hongkong innerhalb von nur vier Jahren um das Elffache zugenommen – ein Anstieg, der so steil ist, dass er die Aufmerksamkeit von Autofahrern, Tierschutzorganisationen und...

Unfälle mit Tieren im Straßenverkehr haben in Hongkong innerhalb von nur vier Jahren um das Elffache zugenommen – ein Anstieg, der so steil ist, dass er die Aufmerksamkeit von Autofahrern, Tierschutzorganisationen und Stadtbeamten gleichermaßen erregt hat. Im Jahr 2020 registrierte die Polizei 49 solcher Zusammenstöße. Bis 2024 war diese Zahl auf 591 gestiegen.

Wildschweine, Hunde und Katzen sind die häufigsten Opfer

Die Unfälle betreffen eine Vielzahl von Tieren, aber Wildschweine, Hunde und Katzen tauchen am häufigsten in Polizeiberichten auf. Die Daten, die die South China Morning Post durch eine Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz erhalten hat, zeigen, dass die Zahl der Zusammenstöße mit Wildschweinen allein von 14 im Jahr 2020 auf 153 im Jahr 2024 gestiegen ist. Hunde waren an 119 Unfällen im letzten Jahr beteiligt, gegenüber 12 im Jahr 2020. Katzen wurden 2024 in 51 Fällen angefahren, verglichen mit nur fünf vier Jahre zuvor.

Warum die Zahlen auf Hongkongs Straßen steigen

Hongkong ist eine dichte, stark urbanisierte Stadt, aber seine Straßen durchschneiden Hügel, Landschaftsparks und grüne Korridore, in denen Wildtiere leben. Mit der zunehmenden Bebauung dieser Gebiete treffen Tiere und Fahrzeuge immer häufiger aufeinander. Der Anstieg der Unfälle spiegelt auch eine wachsende Population von Wildschweinen wider, die dabei beobachtet wurden, wie sie Mülltonnen durchwühlen und in Wohngebieten Autobahnen überqueren. Polizeiaufzeichnungen zeigen, dass die meisten Unfälle mit Tieren nachts passieren, wenn die Sicht schlecht ist und Tiere aktiver sind. Autofahrer in den New Territories, wo viele dieser Zusammenstöße stattfinden, haben sich an plötzliches Bremsen und Beinaheunfälle gewöhnt.

Anwohner spüren die Auswirkungen hautnah

Für Menschen in Gegenden wie Tuen Mun, Sha Tin und Sai Kung ist der Anstieg nicht nur eine Statistik. Anwohner berichten von verletzten Tieren am Straßenrand und von Fahrzeugschäden durch Zusammenstöße. Einige fordern bessere Zäune, Wildtierüberwege und Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Straßen, die durch Tierlebensräume führen. Tierschutzorganisationen sagen, sie würden mit Anrufen über verletzte Wildtiere überhäuft, und Tierärzte haben eine Zunahme von Traumafällen im Zusammenhang mit Fahrzeugkollisionen festgestellt. Das Thema ist in lokalen Community-Foren und Bezirksratssitzungen zu einem regelmäßigen Gesprächsthema geworden.

Eine stille Krise auf Hongkongs Straßen

Der elffache Anstieg von Unfällen mit Tieren in vier Jahren weist auf einen wachsenden Konflikt zwischen Stadtleben und der natürlichen Welt in Hongkong hin. Ohne Änderungen an der Straßengestaltung oder dem Tiermanagement könnten die Zahlen weiter steigen. Vorerst müssen Autofahrer auf Bewegungen am Straßenrand achten, im Wissen, dass ein Bruchteil einer Sekunde den Unterschied zwischen einer sicheren Fahrt und einem Zusammenstoß mit einem Wildschwein, einem streunenden Hund oder einer Katze ausmachen kann, die über den Asphalt rennt.

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