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Afrikas Frösche und Kröten werden in Schutzplänen übergangen

Afrika beheimatet einige der einzigartigsten Amphibien der Welt, doch Naturschutzplaner ignorieren sie weitgehend. Eine neue Analyse warnt, dass Frösche, Kröten und Blindwühlen auf dem gesamten Kontinent aus...

Afrika beheimatet einige der einzigartigsten Amphibien der Welt, doch Naturschutzplaner ignorieren sie weitgehend. Eine neue Analyse warnt, dass Frösche, Kröten und Blindwühlen auf dem gesamten Kontinent aus Schutzgebietsstrategien ausgeschlossen werden, obwohl viele Arten vom Aussterben bedroht sind.

Ein blinder Fleck in der Biodiversitätsplanung

Forscher überprüften Schutzpläne in ganz Afrika und stellten fest, dass Amphibien selten als prioritäre Arten berücksichtigt werden. Die Studie, veröffentlicht von einem Team aus Herpetologen und Naturschutzwissenschaftlern, untersuchte nationale Biodiversitätsstrategien und Managementpläne für Schutzgebiete. In den meisten Fällen fehlten Amphibien auf der Liste der Arten, die bestimmten, wo neue Parks oder Reservate eingerichtet wurden.

Das ist wichtig, weil Amphibien sehr empfindlich auf Umweltveränderungen reagieren. Sie sind auf Wasser- und Landlebensräume angewiesen, was sie anfällig für Dürre, Verschmutzung und Lebensraumverlust macht. Afrika hat mehr als 2.000 bekannte Amphibienarten, und viele kommen nirgendwo sonst auf der Erde vor.

Warum lokale Gemeinschaften sich kümmern sollten

Amphibien spielen eine entscheidende Rolle in lokalen Ökosystemen. Sie kontrollieren Insektenpopulationen, einschließlich Mücken, die Krankheiten übertragen. Sie dienen auch Vögeln, Schlangen und anderen Tieren als Nahrung. In einigen Teilen Afrikas werden Frösche als Nahrung gesammelt oder in der traditionellen Medizin verwendet. Ihr Verlust könnte sowohl die Natur als auch die Lebensgrundlagen der Menschen beeinträchtigen.

Die Autoren der Studie weisen darauf hin, dass Amphibien schneller zurückgehen als Vögel oder Säugetiere. Dennoch erhalten sie weit weniger Aufmerksamkeit in Naturschutzfinanzierung und planung. Der Goldene Mantella, ein leuchtend oranger Frosch, der nur in Madagaskar vorkommt, ist ein Beispiel für eine Art, die gezielten Schutz benötigt, aber in breiteren Schutzrahmen oft übersehen wird.

Ein Aufruf, die Karte zu aktualisieren

Experten sagen, die Lösung sei nicht kompliziert. Naturschutzplaner müssen Amphibiendaten einbeziehen, wenn sie entscheiden, wo Schutzgebiete eingerichtet werden sollen. Das bedeutet, Amphibienlebensräume zu kartieren, wichtige Brutstätten zu identifizieren und zu erkennen, dass viele Arten sehr kleine Verbreitungsgebiete haben. Ein einzelnes Waldstück oder Feuchtgebiet könnte eine gesamte Art beherbergen.

Die Forscher betonen, dass bestehende Schutzgebiete nicht ausreichen. Viele Amphibien leben außerhalb von Parkgrenzen, in ungeschützten Wäldern, Sümpfen und landwirtschaftlichen Flächen. Ohne gezielte Planung werden diese Arten weiter durch die Maschen fallen.

Afrikas Amphibien sind nicht nur eine wissenschaftliche Kuriosität. Sie sind ein Maß für die Umweltgesundheit des Kontinents. Sie in Schutzplänen zu ignorieren bedeutet, einen großen Teil des Bildes zu übersehen. Die Frage ist, ob die Planer ihren Fokus anpassen werden, bevor mehr Arten verschwinden.

Quelle: Mongabay

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