Eine Gruppe von Cherokee-Mädchen hat etwas geschafft, was zuvor noch niemand in den USA getan hat: Sie haben rechtliche Rechte für einen Wasserweg erkämpft. Der Eastern Band of Cherokee Indians erkennt den Tuckasegee River nun als juristische Person an, ein Novum für jedes Gewässer im Land. Die von Teenagern aus dem Stamm angeführte, rein weibliche Initiative gibt dem Fluss einen eigenen Status vor Gericht, sodass Schädigungen des Wassers wie Schädigungen an einem Bürger behandelt werden können.
Ein Fluss mit eigener Stimme, unterstützt von jugendlichen Aktivistinnen
Der Vorstoß begann mit den NAIWA Daughters, einer Jugendgruppe innerhalb des Eastern Band of Cherokee Indians. Diese Mädchen, einige noch in der Highschool, verbrachten Monate damit, sich mit Stammesrecht und Umweltschutz vertraut zu machen. Sie entwarfen eine Resolution, die argumentierte, dass der Tuckasegee River, der durch ihre angestammten Gebiete in North Carolina fließt, durchsetzbare Rechte haben sollte. Die Mitglieder des Stammesrats stimmten zu und machten den Fluss damit zur ersten juristischen Person dieser Art in den USA.
Warum der Fluss für die Cherokee-Gemeinschaft wichtig ist
Für das Cherokee-Volk ist der Tuckasegee nicht nur Wasser. Er ist ein Verwandter, eine Lebensquelle und ein zentraler Bestandteil ihrer Identität. Die Mädchen sagten, sie hätten gehandelt, weil der Fluss durch Verschmutzung und Entwicklung bedroht ist, und sie ein stärkeres Werkzeug zum Schutz brauchten. Lokale Älteste unterstützten die Initiative und erinnerten sich an Zeiten, als der Fluss sauberer war und es mehr Fische gab. Die Entscheidung bedeutet, dass jeder, der den Fluss schädigt, nun vor den Gerichten des Stammes verklagt werden kann, wobei der Fluss selbst als Kläger auftritt.
Das Urteil ist ein Meilenstein für indigene Rechtssysteme in den USA. Während andere Länder wie Neuseeland und Kolumbien Flüssen Rechte gewährt haben, ist dies das erste Mal, dass ein US-Stamm dies getan hat. Die Cherokee-Mädchen hoffen, dass ihr Sieg andere indigene Nationen inspiriert, ähnliche Schutzmaßnahmen für ihre eigenen Gewässer in Betracht zu ziehen.
Die rechtliche Änderung gibt dem Fluss nicht im üblichen Sinne eine menschliche Stimme. Stattdessen können Stammesmitglieder für ihn sprechen, ähnlich wie ein Vormund ein Kind vertritt. Die Mädchen, die die Initiative anführten, sagen, sie fühlten eine tiefe Verantwortung gegenüber dem Fluss und den kommenden Generationen. Ihr Erfolg zeigt, dass junge Menschen, insbesondere indigene Jugendliche, Gesetze auf eine Weise prägen können, die alte Annahmen über Natur und Eigentum in Frage stellt.