Eine glühende Hitzewelle, die weite Teile Europas in diesem Monat heimsuchte, wäre ohne den vom Menschen verursachten Klimawandel praktisch unmöglich gewesen, so eine schnelle Attributionsstudie eines internationalen Teams von Klimawissenschaftlern.
Die Analyse, veröffentlicht von World Weather Attribution, ergab, dass die extremen Temperaturen durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe und andere menschliche Aktivitäten mindestens zehnmal wahrscheinlicher wurden. In Teilen Frankreichs, Italiens und Deutschlands erreichten die Thermometer Werte, die in einer Welt ohne globale Erwärmung statistisch unmöglich gewesen wären.
Wo die Hitze am stärksten zuschlug und wer sie spürte
Die Hitzewelle erreichte Ende Juni 2026 ihren Höhepunkt und trieb die Temperaturen in mehreren europäischen Ländern auf über 40 Grad Celsius. Frankreich verzeichnete im Rhonetal die höchste Junitemperatur aller Zeiten. In Italien lösten mehrere Städte rote Warnungen aus, als die Hitze Krankenhäuser und Stromnetze belastete. Deutschland, wo die Studie koordiniert wurde, erlebte anhaltende Höchstwerte, die von Bayern bis Berlin lokale Rekorde brachen.
Anwohner und Behörden bemühten sich, die Lage in den Griff zu bekommen. In Paris öffneten die Behörden Kühlzentren und verlängerten die Öffnungszeiten der Parks. In Rom suchten Touristen und ältere Bewohner gleichermaßen Schatten, während die Notrufe wegen hitzebedingter Erkrankungen anstiegen. Bauern in Norditalien meldeten Ernteschäden, und Bahnbetreiber in mehreren Ländern verhängten Geschwindigkeitsbegrenzungen, um ein Verbiegen der Gleise zu verhindern.
Warum Wissenschaftler sagen, dass diese Hitzewelle anders war
Was dieses Ereignis auszeichnete, waren nicht nur die rohen Temperaturen, sondern wie klar sie auf den menschlichen Einfluss zurückgeführt werden konnten. Die Attributionsstudie verwendete Klimamodelle, um die heutige Welt mit einer hypothetischen Welt ohne Treibhausgasemissionen zu vergleichen. Das Ergebnis: Eine Hitzewelle dieser Intensität und Dauer ist heute etwa einmal pro Jahrzehnt zu erwarten, während sie in einem vorindustriellen Klima ein Jahrtausendereignis gewesen wäre.
Die Forscher betonten, dass die Hitzewelle keine natürliche Anomalie war. Sie war eine direkte Folge eines erwärmten Planeten. Die Ergebnisse ergänzen eine wachsende Zahl von Belegen dafür, dass extreme Hitzewellen in Europa häufiger, intensiver und länger andauernd werden.
Für die Menschen, die sie durchleben, ist der Unterschied von Bedeutung. Die Hitzewelle tötete Dutzende, störte den Alltag und zwang Regierungen, Notfallpläne zu aktivieren. Die Studie sagt nicht die Zukunft voraus. Sie beschreibt die Gegenwart. Und sie macht klar, dass die Hitze, die Europa gerade erlitten hat, kein Zufall war. Sie war ein Fingerabdruck.