Ein Schwarzbär, der tagelang durch die Straßen einer japanischen Stadt streifte, wurde nach einer mehrtägigen Jagd mit Dutzenden von Beamten endlich gefangen. Das Tier wurde am Dienstagmorgen in der Stadt Takikawa auf der nördlichen Insel Hokkaido lebend in einem Käfig gefangen. Bei dem Einsatz gab es keine Verletzungen.
Ein Bär in der Nachbarschaft
Der Bär wurde am Samstag erstmals in einem Wohngebiet von Takikawa gesichtet. Er bewegte sich durch Gärten und in der Nähe von Häusern, was die örtlichen Behörden dazu veranlasste, Warnungen herauszugeben und Parks und Schulen zu schließen. Die Bewohner wurden aufgefordert, drinnen zu bleiben. Das Tier wurde dabei beobachtet, wie es auf Bäume kletterte und Straßen überquerte, was Schaulustige anzog und Verkehrsbehinderungen verursachte.
Wie der Fang ablief
Jäger und Polizisten arbeiteten mehrere Tage zusammen, um den Bären aufzuspüren. Sie stellten einen mit Ködern bestückten Käfig in einem bewaldeten Gebiet nahe der Stadt auf. Am Dienstagmorgen betrat der Bär die Falle und die Tür schloss sich hinter ihm. Die Beamten betäubten das Tier dann und transportierten es zu einer Wildtierstation. Der Bär wurde als gesundes, erwachsenes Männchen mit einem Gewicht von etwa 100 Kilogramm beschrieben.
Warum die Anwohner angespannt waren
Hokkaido verzeichnet in den letzten Jahren einen Anstieg der Bärensichtungen, da die Tiere auf der Suche nach Nahrung näher an die Städte heranrücken. Für die Bewohner von Takikawa war die Anwesenheit eines großen Raubtiers in ihrer Mitte beunruhigend. Viele behielten ihre Kinder zu Hause und vermieden es, nach draußen zu gehen. Der Fang brachte der Gemeinde ein Gefühl der Erleichterung, obwohl einige Bedenken äußerten, was als nächstes mit dem Bären passieren würde. Wildtierbeamte sagten, das Tier würde in ein abgelegenes Waldgebiet weit entfernt von menschlichen Siedlungen freigelassen werden.
Der erfolgreiche Fang beendete eine angespannte Zeit für die Stadt. Er unterstrich auch die wachsende Herausforderung des Managements von Wildtieren in Gebieten, in denen sich menschliche Besiedlung und natürliche Lebensräume zunehmend überschneiden.