Kirgisistan hatte noch nie einen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Das änderte sich diese Woche, als das zentralasiatische Land zum ersten Mal überhaupt in das mächtige Gremium gewählt wurde.
Ein langes Warten endet für ein kleines Land
Die Abstimmung fand am UN Hauptquartier in New York statt. Kirgisistan trat gegen die Malediven um einen nichtständigen Sitz für die Asien Pazifik Gruppe an. Das Land sicherte sich 128 Stimmen in der Generalversammlung, weit über der erforderlichen Zweidrittelmehrheit. Die Malediven erhielten 53 Stimmen. Kirgisistan wird eine zweijährige Amtszeit ab Januar 2027 absolvieren.
Für ein Binnenland mit etwa 7 Millionen Menschen ist dies ein großer Schritt auf die Weltbühne. Kirgisistan erlangte 1991 seine Unabhängigkeit von der Sowjetunion und hat seitdem daran gearbeitet, sein internationales Profil zu schärfen. Das Land hat Friedenstruppen zu UN Missionen beigesteuert und ein regionales UN Zentrum für präventive Diplomatie in seiner Hauptstadt Bischkek beherbergt. Doch ein Sitz im Sicherheitsrat blieb bis jetzt unerreichbar.
Warum das in Kirgisistan wichtig ist
Die lokalen Medien in Kirgisistan berichteten über die Wahl als nationalen Erfolg. Die Bürger verfolgten die Auszählung genau. Für viele Kirgisen steht der Sitz für die Anerkennung der Stabilität und diplomatischen Bemühungen ihres Landes in einer volatilen Region. Das Land grenzt an China, Kasachstan, Tadschikistan und Usbekistan. Seit der Unabhängigkeit war es mit ethnischer Gewalt, politischen Umwälzungen und wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert.
Die Regierung stellte den Wahlkampf als Chance dar, die Stimmen kleiner und Binnenentwicklungsländer zu verstärken. Kirgisistan hat sich auch als Brücke zwischen Zentralasien und der breiteren internationalen Gemeinschaft positioniert. Seine Diplomaten haben Themen wie Wassersicherheit, Terrorismusbekämpfung und nachhaltige Entwicklung als Prioritäten für ihre Amtszeit hervorgehoben.
Was als Nächstes kommt
Kirgisistan wird dem Sicherheitsrat zusammen mit fünf neuen Mitgliedern beitreten, die dieses Jahr gewählt wurden. Der Rat umfasst fünf ständige Mitglieder mit Vetorecht und zehn rotierende nichtständige Sitze. Kirgisistan wird bei Resolutionen zur globalen Friedens und Sicherheit mitstimmen, von Konflikten im Nahen Osten bis zu Friedenssicherungseinsätzen in Afrika.
Das Außenministerium des Landes hat erklärt, dass es sich auf präventive Diplomatie und regionale Zusammenarbeit konzentrieren wird. Die Wahl gibt Kirgisistan auch eine Plattform, um mehr Aufmerksamkeit auf zentralasiatische Themen zu lenken, darunter Grenzstreitigkeiten und Wasserressourcenmanagement.
Für eine Nation, die oft von größeren Nachbarn überschattet wurde, ist der Sitz im Sicherheitsrat ein seltener Moment im globalen Rampenlicht. Es ist ein konkretes Ergebnis jahrelanger diplomatischer Arbeit und ein Zeichen dafür, dass kleine Länder immer noch Einfluss im wichtigsten Sicherheitsgremium der Welt gewinnen können.