Zum ersten Mal in der Geschichte hat Narendra Modis Bharatiya Janata Party eine Landtagswahl in Westbengalen gewonnen, einem ostindischen Bundesstaat, der lange als Hochburg der oppositionellen Trinamool Congress galt. Der Sieg markiert einen dramatischen Wandel in einer Region, in der die BJP zuvor nie eine Mehrheit erringen konnte.
Eine jahrzehntelange Hochburg fällt endlich
Westbengalen wurde seit 2011 von der Trinamool Congress unter Mamata Banerjee regiert. Davor wurde der Staat 34 Jahre lang von der Kommunistischen Partei Indiens (Marxisten) regiert. Die BJP hatte dort nie eine Landtagswahl gewonnen. Das änderte sich im Mai 2026, als die Partei genügend Sitze für eine Regierungsbildung sicherte. Lokale Wähler und politische Analysten waren von dem Ergebnis verblüfft, das die politische Ordnung des Staates auf den Kopf stellte.
Warum die Wahl für die Menschen in Westbengalen so wichtig war
Für die Bewohner Westbengalens war dies nicht nur eine weitere Wahl. Der Staat hat eine ausgeprägte politische Identität und eine Geschichte des Widerstands gegen die hindu-nationalistische Plattform der BJP. Viele Wähler sahen die Wahl als eine Abstimmung über lokale Themen wie Arbeitslosigkeit, industrielle Entwicklung und kulturelle Identität. Der Wahlkampf der BJP konzentrierte sich stark auf Versprechen von Wirtschaftswachstum und Korruptionsbekämpfung, während die Trinamool Congress ihre Bilanz in den Bereichen Sozialhilfe und Säkularismus betonte. Das Ergebnis hat viele im Staat verunsichert, was der Führungswechsel für den Alltag bedeutet, insbesondere für religiöse Minderheiten, die die Politik der BJP fürchten.
Was an den Wahlurnen geschah
Die Wahl fand in mehreren Phasen im April und Mai 2026 statt. Die BJP gewann eine klare Mehrheit in der 294 Sitze umfassenden Versammlung und besiegte die Trinamool Congress nach einem erbitterten und oft gewalttätigen Wahlkampf. In mehreren Bezirken wurden Vorwürfe der Wählereinschüchterung und Zusammenstöße zwischen Parteiarbeitern gemeldet. Der Sieg der BJP wurde durch starke Unterstützung in ländlichen Gebieten und bei jüngeren Wählern beflügelt, die von Modis nationaler Popularität und Entwicklungsversprechen angezogen wurden. Banerjee räumte ihre Niederlage ein, beschuldigte die BJP jedoch, staatliche Mittel zur Beeinflussung des Ergebnisses eingesetzt zu haben.
Dieses Ergebnis verändert die politische Landkarte Indiens. Westbengalen war einer der letzten großen Bundesstaaten, in denen die BJP nicht an der Macht war. Ihr Sieg dort verschafft der Partei die Kontrolle über fast alle bevölkerungsreichsten Staaten Indiens und festigt ihre Dominanz vor der nächsten nationalen Wahl. Für die Menschen in Westbengalen bringt der Wandel sowohl Hoffnung als auch Unsicherheit über die Zukunft.