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Die nächste Grenze der Computertechnik ist der Weltraum

Der Wettlauf zwischen den USA und China um die Vorherrschaft in der nächsten Computergeneration verlässt den Planeten. Beide Länder konkurrieren darum, den Weltraum zu einer Plattform für Datenverarbeitung zu machen, mit Plänen...

Der Wettlauf zwischen den USA und China um die Vorherrschaft in der nächsten Computergeneration verlässt den Planeten. Beide Länder konkurrieren darum, den Weltraum zu einer Plattform für Datenverarbeitung zu machen, mit Plänen für orbitale Rechenzentren, die die Art und Weise, wie die Welt Informationen verarbeitet, neu gestalten könnten.

Ein Rechenzentrum im Orbit, nicht am Boden

Chinesische Forscher haben vorgeschlagen, ein 1.000 Tonnen schweres Rechenzentrum in eine niedrige Erdumlaufbahn zu bringen, so ein Papier, das im Journal of Computer Engineering and Applications veröffentlicht wurde. Die Anlage würde im Weltraum aus modularen Komponenten zusammengebaut werden, die mit mehreren Raketen gestartet werden. Sonnenkollektoren würden die Server mit Strom versorgen, und ein Wärmeableitungssystem würde die Temperaturen stabil halten. Die Idee ist, Daten dort zu verarbeiten, wo sie gesammelt werden, wodurch die Notwendigkeit entfällt, Informationen zur Analyse zurück zur Erde zu schicken.

Warum Geschwindigkeit und Sicherheit jenseits der Atmosphäre wichtig sind

Für China ist die Motivation teilweise strategisch. Weltraumgestützte Computertechnik könnte militärische Satelliten, Fernerkundung und Kommunikation mit weniger Verzögerung unterstützen als bodengestützte Systeme. Die USA verfolgen ähnliche Ziele. Unternehmen wie Microsoft und Amazon haben prototypische orbitale Computerhardware getestet. Auch das US-Militär hat Forschung zur weltraumgestützten Datenverarbeitung finanziert. Beide Nationen sehen orbitale Computertechnik als Möglichkeit, Vorteile bei Überwachung, Navigation und künstlicher Intelligenz zu erlangen.

Lokale Interessen in einem globalen Wettlauf

In China hat das Projekt die Aufmerksamkeit von Wissenschaftlern und Ingenieuren auf sich gezogen, die es als natürliche Erweiterung des wachsenden Raumfahrtprogramms des Landes sehen. Die Forscher hinter dem Vorschlag argumentieren, dass der Bau eines Rechenzentrums im Orbit die Abhängigkeit von Bodenstationen in anderen Ländern verringern und die Datensicherheit verbessern würde. Für die Menschen in China stellt das Projekt einen Schritt in Richtung technologischer Eigenständigkeit dar. In den USA investieren private Unternehmen und Verteidigungsbehörden in ähnliche Konzepte und betrachten den Weltraum als die nächste logische Schicht der Internetinfrastruktur.

Was das für die Zukunft der Daten bedeutet

Keines der beiden Länder hat bisher ein vollwertiges orbitales Rechenzentrum gestartet. Technische Hürden bleiben bestehen, darunter die Kosten für den Transport schwerer Ausrüstung ins All und die Herausforderung, Hardware in einer rauen Umgebung zu warten. Aber die Tatsache, dass sowohl die USA als auch China die Idee aktiv verfolgen, signalisiert einen Wandel in der Vorstellung von Rechenleistung. Die Cloud könnte bald eine wörtliche Bedeutung bekommen.

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