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Primatenschutz könnte tausende Arten retten

Eine einzige Schutzstrategie für die Primaten der Welt könnte gleichzeitig tausende andere Tierarten vor dem Aussterben bewahren. Forscher fanden heraus, dass die Lebensräume von Lemuren, Affen, Menschenaffen und anderen Primaten...

Eine einzige Schutzstrategie für die Primaten der Welt könnte gleichzeitig tausende andere Tierarten vor dem Aussterben bewahren. Forscher fanden heraus, dass die Lebensräume von Lemuren, Affen, Menschenaffen und anderen Primaten sich mit den Verbreitungsgebieten von mehr als 3.000 anderen Wirbeltierarten überschneiden, von denen viele ebenfalls bedroht sind. Das macht Primaten zu einer unerwartet starken Schirmgruppe für globale Biodiversitätsbemühungen.

Ein verstecktes Sicherheitsnetz für die Biodiversität

Die Studie, die von einem internationalen Wissenschaftlerteam veröffentlicht wurde, analysierte die geografischen Verbreitungsgebiete von 520 Primatenarten und verglich sie mit denen von 4.350 anderen Säugetieren, Vögeln und Amphibien. Die Ergebnisse zeigten, dass fast 70 % dieser Nicht-Primatenarten zumindest einen Teil ihres Lebensraums mit Primaten teilen. In einigen Regionen wie Madagaskar, Südostasien und dem Amazonasgebiet ist die Überschneidung sogar noch höher, was bedeutet, dass der Schutz eines einzigen Primatenlebensraums Dutzenden anderen Tieren gleichzeitig zugutekommen könnte.

Die Forscher identifizierten auch "Prioritätsgebiete", in denen der Primatenschutz den größten Spillover-Effekt hätte. Dazu gehören Teile Brasiliens, Indonesiens und der Demokratischen Republik Kongo, wo viele gefährdete Primaten neben seltenen Vögeln und Amphibien leben. Der Hauptautor der Studie merkte an, dass Primaten oft Wälder bewohnen, die auch reich an anderem Leben sind, was sie zu natürlichen Hütern der Biodiversität macht.

Warum lokale Gemeinschaften betroffen sind

Für Menschen, die in der Nähe von Primatenlebensräumen leben, haben die Ergebnisse praktisches Gewicht. Viele dieser Regionen sind auch Heimat indigener Gemeinschaften, die für Nahrung, Medizin und sauberes Wasser auf Wälder angewiesen sind. Indem sie Schutzbemühungen auf Primaten konzentrieren, könnten Regierungen und NGOs ganze Ökosysteme schützen, die sowohl Wildtiere als auch menschliche Lebensgrundlagen erhalten. Die Studie legt nahe, dass dieser Ansatz kosteneffektiver sein könnte als der Versuch, jede Art einzeln zu schützen.

Die Forscher hoffen, dass ihre Arbeit politische Entscheidungsträger dazu ermutigt, Primaten als Abkürzung für den Naturschutz zu nutzen. Anstatt separate Pläne für Hunderte von Arten zu erstellen, argumentieren sie, könnte der Schutz wichtiger Primatenpopulationen breitere Vorteile bringen. Dies ist besonders relevant in tropischen Ländern, in denen die Finanzierung für Naturschutz oft begrenzt ist.

Ein praktischer Weg nach vorn

Die Studie behauptet nicht, dass Primaten wichtiger sind als andere Arten. Vielmehr hebt sie ihren strategischen Wert in der Naturschutzplanung hervor. Durch die Priorisierung von Primatenlebensräumen können Naturschützer die Anzahl der geschützten Arten pro ausgegebenem Dollar maximieren. Die Autoren betonen, dass dies kein Ersatz für gezielte Bemühungen für Arten ist, die außerhalb von Primatenverbreitungsgebieten leben, aber es bietet ein mächtiges Werkzeug für Regionen, in denen Primaten bereits im Fokus stehen.

Da die Welt mit einer Biodiversitätskrise konfrontiert ist, ist es entscheidend, effiziente Wege zu finden, um mehrere Arten gleichzeitig zu schützen. Diese Forschung zeigt, dass der bescheidene Primat, oft bewundert für seine Intelligenz und sein Sozialverhalten, auch ein Schlüssel zur Erhaltung des reichen Lebensnetzes des Planeten sein könnte.

Quelle: Mongabay

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