Eine neue Studie in Thailand hat eine direkte Verbindung von viralen Social-Media-Posts zu den illegalen Käfigen der bedrohten Gibbons des Landes nachgewiesen. Forscher fanden heraus, dass Online-Plattformen, nicht traditionelle Märkte, inzwischen der Hauptmotor für die Nachfrage nach diesen kleinen Menschenaffen als exotische Haustiere sind.
## Von viralen Videos zu privaten Käfigen
## Der hohe Preis eines Primaten als Haustier
## Eine neue Überlebensstrategie
Die Untersuchung der Gibbon Conservation Society analysierte tausende Online-Posts und Anzeigen über mehrere Jahre. Sie enthüllte einen florierenden digitalen Marktplatz, auf dem Verkäufer und Käufer mit kaum Kontrolle in Verbindung treten. Baby-Gibbons, die in viralen Videos oft als niedlich und menschenähnlich dargestellt werden, sind am begehrtesten. Diese Online-Sichtbarkeit erzeugt eine starke Nachfrage, die eine brutale Lieferkette antreibt. Um ein Jungtier zu bekommen, erschießen Wilderer typischerweise die Mutter im Baum; für jeden Gibbon, der einen Käufer erreicht, sterben mehrere andere während des Prozesses.
In Thailand berührt das Thema die Menschen, weil Gibbons in das kulturelle und natürliche Erbe der Nation verwoben sind. Ihre eindringlichen, melodischen Rufe sind ein charakteristischer Klang der Wälder des Landes. Zu sehen, wie sie durch Wilderei verstummen und ihre Bilder online kommerzialisiert werden, geht den Menschen nahe. Der Verlust ist sowohl ökologisch als auch kulturell. Die Studie konzentrierte sich speziell auf den Nördlichen Weißwangen-Schopfgibbon, eine Art, die in der Wildnis durch Lebensraumverlust bereits an den Rand der Ausrottung gedrängt wurde und nun diesem verstärkten Wildereidruck ausgesetzt ist.
Naturschützer nutzen diese Erkenntnisse für eine neuartige Gegenstrategie. Statt sich nur auf die Abfangung von Wilderern zu konzentrieren, zielen sie nun auf die Wurzel der Nachfrage ab. Der Plan beinhaltet die Zusammenarbeit mit Social-Media-Influencern und Plattformen, um die Erzählung zu ändern. Das Ziel ist es, dieselben digitalen Räume mit genauen Informationen über das Leid der Gibbons und die Illegalität des Handels zu fluten und die Wahrnehmung eines Gibbons als Haustier von einem Statussymbol zu einem Symbol für Umweltverbrechen zu wandeln. Das Überleben dieser Primaten hängt nun vielleicht weniger von Waldpatrouillen ab, als davon, den Kampf um Aufmerksamkeit online zu gewinnen.