Ein 240 Millionen Jahre altes Fossil, das in China ausgegraben wurde, enthält noch seine letzte Mahlzeit. Wissenschaftler fanden die Überreste eines Fisches im Magen eines uralten aquatischen Reptils. Es ist der älteste erhaltene Reptilienmagen, der je entdeckt wurde.
Ein triassischer Räuber mitten in der Verdauung ertappt
Das Fossil gehört zu einer Art namens Dinocephalosaurus orientalis, einem langhalsigen Meeresreptil, das während der Trias lebte. Forscher aus China, dem Vereinigten Königreich und den USA untersuchten das Exemplar. Sie fanden Fischknochen und Schuppen in der Magengegend des Tieres. Der Fisch war eine Art prähistorischer Knochenfisch, bekannt als Perleidiforme. Die Mahlzeit war nicht vollständig verdaut, was Wissenschaftlern einen seltenen Einblick in die Ernährung des Reptils gab.
Gefunden in der Provinz Guizhou, einem Fossilien-Hotspot
Das Fossil wurde in der Provinz Guizhou in Südchina ausgegraben. Diese Region ist bekannt für reiche marine Fossilienablagerungen aus der Trias. Einheimische Paläontologen kümmern sich seit langem um diese Funde, weil sie helfen, das Leben vor den Dinosauriern zu rekonstruieren. Die Entdeckung ergänzt eine wachsende Sammlung gut erhaltener Fossilien aus der Gegend, die zeigen, wie antike Ökosysteme funktionierten.
Was der Mageninhalt verrät
Die Fischreste konzentrierten sich auf einen Bereich des Reptilkörpers, was bestätigte, dass sie sich im Magen befanden und nicht nur verstreut in der Nähe lagen. Dies ermöglichte es Wissenschaftlern zu bestätigen, dass das Reptil Fisch als regelmäßigen Bestandteil seiner Ernährung fraß. Das Fossil zeigt auch, dass Dinocephalosaurus orientalis seine Beute im Ganzen oder in großen Stücken verschlang. Der Fund verschiebt den bekannten Rekord erhaltener Mageninhalte bei Reptilien um Millionen von Jahren nach hinten.
Dieses Fossil bietet eine direkte Momentaufnahme eines einzigen Augenblicks in der Trias. Es bestätigt, was Wissenschaftler lange über die Essgewohnheiten dieser antiken Meeresreptilien vermutet hatten. Die Entdeckung in China fügt der Geschichte der Räuber-Beute-Beziehungen im Fossilienbestand einen konkreten Datenpunkt hinzu.