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🇨🇱 Chile Wilde Entdeckungen 2 min

Chiles Seeberge: Narben der Schleppnetzfischerei bleiben

Die Narben der Grundschleppnetzfischerei auf den Unterwasserbergen vor der Küste Chiles heilen auch Jahrzehnte nach dem Ende der Fischerei nicht. Eine aktuelle Studie über Seeberge im südöstlichen Pazifik zeigt, dass die...

Die Narben der Grundschleppnetzfischerei auf den Unterwasserbergen vor der Küste Chiles heilen auch Jahrzehnte nach dem Ende der Fischerei nicht. Eine aktuelle Studie über Seeberge im südöstlichen Pazifik zeigt, dass die Kaltwasserkorallengemeinschaften und andere Meeresbodenlebewesen weiterhin stark geschädigt sind und kaum Anzeichen natürlicher Erholung zeigen. Die Ergebnisse stellen die Annahme in Frage, dass Meeresschutzgebiete allein tiefseeökosysteme, die durch schwere Fanggeräte geschädigt wurden, wiederherstellen können.

Eine Erholung in Zeitlupe, die nie kam

Forscher untersuchten mehrere Seeberge in den Meeresparks Juan Fernández und Nazca-Desventuradas, die vor Jahren für die Grundschleppnetzfischerei geschlossen wurden. Mit Unterwasserkameras und ferngesteuerten Fahrzeugen verglichen sie Gebiete, die stark befischt wurden, mit solchen, die dem schlimmsten Schaden entgangen waren. Der Unterschied war deutlich: Auf befischten Seebergen dominierten Korallenschutt und nackter Fels, während unbefischte Gipfel noch dichte, lebende Korallenwälder aufwiesen.

Das Team maß auch das Alter von Korallenfragmenten und fand heraus, dass viele der zerbrochenen Stücke Jahrzehnte alt waren, was bedeutet, dass der Schaden vor langer Zeit entstanden ist, aber das Ökosystem sich nicht erholt hat. Die langsamen Wachstumsraten von Tiefseekorallen, die Jahrhunderte alt werden können, bedeuten, dass eine vollständige Erholung Hunderte von Jahren dauern könnte, wenn sie überhaupt eintritt.

Warum lokale Fischer und Wissenschaftler besorgt sind

Der Juan-Fernández-Archipel beherbergt eine kleine, aber wichtige Fischereigemeinschaft, die für ihren Lebensunterhalt auf die Gewässer angewiesen ist. Die Steinkrebssischerei der Region ist weltweit bekannt, und lokale Fischer haben Schutzmaßnahmen lange unterstützt, in der Hoffnung, dass Schutzgebiete zur Auffüllung der Fischbestände beitragen würden. Die neue Forschung deutet jedoch darauf hin, dass die ökologischen Schäden durch frühere Schleppnetzfischerei dauerhafte Auswirkungen auf das gesamte Nahrungsnetz haben könnten, einschließlich der Arten, auf die die lokale Bevölkerung angewiesen ist.

Wissenschaftler sind auch besorgt, weil Seeberge Biodiversitäts-Hotspots sind, die Arten beherbergen, die sonst nirgendwo auf der Erde vorkommen. Der Verlust von Korallenhabitaten auf diesen Unterwasserbergen könnte das Aussterben unbekannter oder seltener Arten bedeuten, bevor sie überhaupt entdeckt werden. Die Autoren der Studie betonen, dass die Verhinderung zukünftiger Schäden weitaus effektiver ist als der Versuch, bereits Verlorenes zu reparieren.

Die Ergebnisse dienen als warnendes Beispiel für die Meeresverwaltung weltweit. Während Länder den Tiefseebergbau und die Fischerei ausweiten, zeigt die langsame Erholung der chilenischen Seeberge, dass einige Meereswunden dauerhaft sein könnten. Der Schutz intakter Ökosysteme, anstatt anzunehmen, dass sie später wiederhergestellt werden können, ist der einzige Weg, den verborgenen Reichtum des Ozeans zu bewahren.

Quelle: Mongabay

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