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🇨🇱 Chile Wilde Entdeckungen 2 min

Aliensignale könnten in selten geprüften Radiobändern lauern

Die Suche nach außerirdischem Leben hat sich meist auf einen schmalen Bereich des Radiospektrums konzentriert und dabei weite höhere Frequenzen fast unberührt gelassen. Eine neue Studie mit archivierten Daten des ALMA-Teleskops...

Die Suche nach außerirdischem Leben hat sich meist auf einen schmalen Bereich des Radiospektrums konzentriert und dabei weite höhere Frequenzen fast unberührt gelassen. Eine neue Studie mit archivierten Daten des ALMA-Teleskops in Chile legt nahe, dass vielversprechende Signale dort versteckt sein könnten, wo Astronomen selten hinschauen.

Das Wasserloch, das zum blinden Fleck wurde

Seit Jahrzehnten konzentrieren sich die meisten Radio-SETI-Projekte auf Frequenzen zwischen 1,42 und 1,66 Gigahertz. Astronomen nennen diesen Bereich das Wasserloch, weil er zwischen den natürlichen Radioemissionen von Wasserstoff und Hydroxyl liegt, den beiden Bestandteilen, aus denen Wasser besteht. Die Logik war einfach: Eine fortgeschrittene Zivilisation könnte ebenfalls die Bedeutung von Wasser erkennen und sich entscheiden, dort zu senden. Doch dieser enge Fokus könnte dazu geführt haben, dass Forscher Signale bei höheren Frequenzen übersehen haben, die genauso vielversprechend sein könnten.

Eine erste SETI-Durchmusterung mit ALMA

Louisa Mason, eine Doktorandin an der University of Manchester, beschloss zu testen, was außerhalb des Wasserlochs zu finden sein könnte. Sie wandte sich dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array in Chile zu, einem Teleskop, das für die Untersuchung von kaltem Gas und Staub gebaut wurde, nicht für die Jagd nach Aliens. Mason durchforstete archivierte Beobachtungen, die ursprünglich für unabhängige Astronomieprojekte gesammelt worden waren. Sie suchte nach schmalbandigen Radiosignalen, wie sie von künstlicher Technologie und nicht von natürlichen kosmischen Prozessen stammen könnten. Die Suche erstreckte sich über zwei schmale Frequenzbereiche innerhalb von ALMAs Band-3-Beobachtungen. Es wurden keine Kandidatensignale oberhalb der Nachweisschwellen der Durchmusterung gefunden. Aber das Projekt beschränkte sich auf nur vier archivierte Beobachtungen, eine winzige Stichprobe dessen, was ALMA bieten könnte.

Sternenbeifang und eine neue Grenze

Masons Arbeit hebt auch eine Eigenart der Radioastronomie hervor, die zukünftige Suchen beschleunigen könnte. Wenn ein Teleskop auf ein Ziel gerichtet ist, erfasst sein Sichtfeld oft viele zusätzliche Sterne in der Umgebung. Diese unbeabsichtigt beobachteten Sterne werden manchmal als Sternenbeifang bezeichnet. Schon eine Handvoll ALMA-Beobachtungen könnten stillschweigend Millionen von Sternen enthalten, was bedeutet, dass SETI-Durchmusterungen auf Routineastronomie aufspringen könnten, ohne dass dedizierte Teleskopzeit nötig wäre. Die Millimeter- und Submillimeter-Radiobänder bleiben für SETI fast völlig unerforscht, und Mason sagt, dass Teleskope, die bei diesen höheren Frequenzen arbeiten, zu wertvollen Werkzeugen bei der Jagd nach außerirdischer Technologie werden könnten.

Die Studie wurde diese Woche auf dem National Astronomy Meeting der Royal Astronomical Society in Birmingham vorgestellt. Es wurden keine Signale gefunden, aber die Forschung eröffnet eine neue Region des Radiospektrums für zukünftige Suchen, eine, die direkt vor unserer Nase versteckt war.

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