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Neue Datenbank kartiert RNA-Interaktionen, die Medizin verändern könnten

Ein Team in Kanada hat eine Datenbank aufgebaut, die systematisch abbildet, wie winzige RNA-Moleküle mit ihren Zielen in menschlichen Zellen interagieren – eine Leistung, die das Design neuer Medikamente gegen Krankheiten von...

Ein Team in Kanada hat eine Datenbank aufgebaut, die systematisch abbildet, wie winzige RNA-Moleküle mit ihren Zielen in menschlichen Zellen interagieren – eine Leistung, die das Design neuer Medikamente gegen Krankheiten von Krebs bis zu Virusinfektionen beschleunigen könnte.

Ein molekulares Schloss und Schlüssel, jetzt durchsuchbar

Forscher am Institute for Research in Immunology and Cancer der Université de Montréal haben ein Tool namens RIMap-RISC entwickelt. Es kombiniert die dreidimensionalen Strukturen von microRNAs und Boten-RNAs, um vorherzusagen, wie sie aneinander binden. MicroRNAs sind kurze RNA-Stränge, die die Genexpression regulieren, indem sie sich an Boten-RNAs heften und sie so effektiv ausschalten. Bisher hatten Wissenschaftler keine Möglichkeit, diese Interaktionen systematisch und strukturell zu sehen.

Was die Datenbank tatsächlich leistet

Simon Chasles, ein Doktorand im Labor von Professor Francois Major, leitete die Arbeit. Das Team integrierte molekulare Strukturdaten in eine einzige durchsuchbare Plattform. So können Forscher nachschlagen, welche microRNAs an welche Boten-RNAs binden könnten und wie stark. Die Studie erschien in der Zeitschrift Genome Biology. Die Datenbank umfasst tausende mögliche Paarungen und bietet Biologen eine Karte der RNA-Interaktionslandschaft in Zellen.

Warum das lokal und global wichtig ist

Für die Forschungsgemeinschaft in Montreal ist die Datenbank eine praktische Ressource. Sie wurde am IRIC aufgebaut, einem auf Krebsimmunologie spezialisierten Institut. Lokale Wissenschaftler können sie nun nutzen, um zu erforschen, wie die microRNA-Regulierung bei Krankheiten gestört ist. Global könnte das Tool Forschern helfen, RNA-basierte Therapien mit größerer Präzision zu entwickeln. Statt zu raten, welche microRNA man angreifen soll, können sie die Datenbank für strukturelle Belege konsultieren.

Diese Arbeit behauptet nicht, bereits etwas zu heilen. Sie schafft eine Grundlage. Indem sie die unsichtbare Architektur von RNA-Interaktionen sichtbar macht, gibt RIMap-RISC Wissenschaftlern eine neue Möglichkeit, Fragen darüber zu stellen, wie Zellen ihre eigenen genetischen Anweisungen kontrollieren.

Quelle: Phys.org

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