Etwa ein Drittel der weltweiten Korallenriffe ist vielleicht doch nicht verloren. Eine neue Studie deutet darauf hin, dass trotz steigender Meerestemperaturen ein erheblicher Teil der Korallen den Klimawandel in den nächsten zwei Jahrzehnten überleben könnte.
Die Forschung konzentrierte sich auf Riffe in Tansania, darunter Latham Island, ein abgelegener Ort im Indischen Ozean. Wissenschaftler der Wildlife Conservation Society und anderer Institutionen sammelten dort über Jahre hinweg Daten. Sie wollten verstehen, welche Korallen starben und welche sich hielten.
Was die Wissenschaftler in tansanischen Gewässern fanden
Das Team entdeckte, dass nicht alle Korallen gleich auf Hitzestress reagieren. Einige Arten, insbesondere solche mit widerstandsfähigeren symbiotischen Algen, konnten wärmeres Wasser besser vertragen als andere. Die Studie identifizierte bestimmte Riffe, die als Zufluchtsorte fungierten, in denen die Korallenbedeckung selbst während Bleichereignissen stabil blieb.
Lokale Fischereigemeinschaften in Tansania sind für ihren Lebensunterhalt auf diese Riffe angewiesen. Gesunde Riffe bedeuten mehr Fische, was mehr Nahrung und Einkommen bedeutet. Wenn die Korallen bleichen und absterben, verschwinden die Fische und Familien kämpfen. Deshalb sind die Ergebnisse für die Menschen an der Küste von großer Bedeutung.
Warum manche Riffe widerstandsfähiger sind als andere
Die Forscher fanden heraus, dass Tiefe, Wasserströmung und das Vorhandensein bestimmter Algen eine Rolle für das Überleben der Riffe spielten. Tiefere Riffe erlebten zum Beispiel weniger Hitzestress als flache. Riffe mit starken Strömungen schnitten ebenfalls besser ab, weil bewegtes Wasser half, die Korallen abzukühlen.
Die Studie behauptete nicht, dass der Klimawandel harmlos sei. Sie stellte klar, dass zwei Drittel der Riffe weiterhin ernsthaft gefährdet sind. Aber die Existenz widerstandsfähiger Flecken bietet ein konkretes Ziel für Schutzbemühungen. Anstatt zu versuchen, jedes Riff zu retten, können Regierungen und lokale Gruppen sich darauf konzentrieren, diejenigen zu schützen, die am wahrscheinlichsten überleben.
Ein praktischer Weg nach vorne für den Schutz
Für Tansania bedeutet dies, die Riffe um Latham Island und ähnliche Standorte zu priorisieren. Das Land hat bereits einige Meeresschutzgebiete ausgewiesen, aber die Durchsetzung bleibt uneinheitlich. Die Studie gibt lokalen Beamten eine wissenschaftliche Grundlage für die Entscheidung, wo sie begrenzte Ressourcen investieren sollen.
Die Forschung eröffnet auch die Tür zu Wiederherstellungsprojekten, die hitzetolerante Korallenarten nutzen. Wenn Wissenschaftler identifizieren können, welche Korallen natürlich überleben, können sie diese Stämme vermehren und in geschädigte Gebiete verpflanzen. Dieser Ansatz wird bereits in Teilen der Karibik und Südostasiens getestet.
Die Studie wurde in einer begutachteten Fachzeitschrift veröffentlicht und stützte sich auf Felddaten, die über mehrere Jahre gesammelt wurden. Sie sagte kein glückliches Ende für alle Riffe voraus, aber sie zeigte, dass die Situation nicht einheitlich hoffnungslos ist. Für die Menschen in Tansania und für Meeresbiologen weltweit macht dieser Unterschied etwas aus.