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Gemeinschaftsprogramme bremsten Waldverlust im indonesischen Borneo

Als die Welt wegen COVID-19 stillstand, erwarteten viele, dass die Wälder aufatmen könnten. Doch im indonesischen Borneo geschah in einigen Gebieten das Gegenteil: Die Abholzung stieg, weil die Durchsetzung schwächer wurde. Neue...

Als die Welt wegen COVID-19 stillstand, erwarteten viele, dass die Wälder aufatmen könnten. Doch im indonesischen Borneo geschah in einigen Gebieten das Gegenteil: Die Abholzung stieg, weil die Durchsetzung schwächer wurde. Neue Forschung zeigt jedoch, dass Dörfer mit aktiven Gemeinschaftsprogrammen ihre Bäume auch während des Chaos der Pandemie stehen ließen.

Die im August 2026 veröffentlichte Studie konzentrierte sich auf die Provinz Westkalimantan auf der Insel Borneo in Indonesien. Forscher verglichen den Waldverlust in Dörfern mit gemeinschaftsbasierten Naturschutzinitiativen mit solchen ohne solche Programme. Die Ergebnisse waren auffällig: Gebiete mit starker lokaler Verantwortung verloren während der Pandemiejahre deutlich weniger Waldfläche.

Was die Gemeinschaftsprogramme tatsächlich taten

Dies waren keine Hightech-Operationen. Die Programme umfassten, dass lokale Menschen ihre traditionellen Waldgrenzen kartierten, gegen illegalen Holzeinschlag patrouillierten und Ressourcen gemeinsam verwalteten. Viele Dörfer hatten formelle Vereinbarungen mit der Regierung, die ihre Rechte zur Verwaltung der nahegelegenen Wälder anerkannten. Als die externe Durchsetzung während der Lockdowns ins Wanken geriet, funktionierten diese Gemeinschaftssysteme weiter.

Die Autoren der Studie untersuchten Satellitendaten von 2019 bis 2021, die den Höhepunkt der Pandemie abdeckten. Sie fanden heraus, dass Dörfer mit anerkanntem gemeinschaftlichem Waldmanagement niedrigere Raten von Baumverlust aufwiesen. Der Effekt war am stärksten in Gebieten, in denen die Programme bereits mehrere Jahre vor dem Eintreffen von COVID-19 liefen.

Warum die lokale Bevölkerung sich um die Bäume kümmerte

Für viele Iban- und Dayak-Gemeinschaften in Westkalimantan ist der Wald nicht nur Holz. Er bietet sauberes Wasser, Nahrung, Medizin und kulturelle Identität. Sungai Utik, eine bekannte Iban-Gemeinschaft in der Region, hat lange ihre traditionellen Wälder gegen Holzfäller verteidigt. Während der Pandemie, als viele Familien aus städtischen Arbeitsplätzen in ihre Dörfer zurückkehrten, wurden diese Wälder als Sicherheitsnetz noch wichtiger.

Die lokale Bevölkerung hatte ein direktes Interesse daran, das Land zu schützen. Die Studie legt nahe, dass Gemeinschaften, die rechtliche Anerkennung und praktische Werkzeuge zur Verwaltung ihrer Wälder haben, als effektive Hüter agieren. Dies galt besonders während einer globalen Krise, als die staatliche Aufsicht dünn gestreckt war.

Die Ergebnisse weisen auf eine einfache, aber mächtige Idee hin: Naturschutz funktioniert am besten, wenn er in lokalen Rechten und Verantwortlichkeiten verwurzelt ist. Während Länder nach Wegen suchen, Klimaziele zu erreichen, bietet diese Forschung aus Indonesien Belege dafür, dass die Unterstützung gemeinschaftsgeführter Bemühungen sich auszahlen kann, selbst in den schwierigsten Zeiten.

Quelle: Mongabay

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