Eine einzige, weit verbreitete Fischereimethode holt fast ein Viertel aller bekannten Meeresfischarten der Erde an Land. Eine von der Universität Glasgow im Vereinigten Königreich geleitete Untersuchung hat ergeben, dass das Grundschleppnetzfischen etwa 3.000 verschiedene Arten fängt – eine atemberaubende Zahl, die Hunderte bereits vom Aussterben bedrohte Arten einschließt.
## Das unsichtbare Ausmaß einer globalen Industrie
## Eine Beifang-Krise für bedrohte Arten
Wissenschaftler analysierten eine globale Datenbank von Grundschleppnetzfängen über drei Jahrzehnte. Die in Nature veröffentlichte Studie liefert die erste umfassende Schätzung der gesamten Auswirkung dieser Praxis auf die Biodiversität. Beim Grundschleppnetzfischen werden schwere Netze über den Meeresboden gezogen, um Garnelen und Fische wie Kabeljau und Seezunge zu fangen. Ihr Fußabdruck ist immens und betrifft schätzungsweise 14 Millionen Quadratkilometer Ozean.
Die Netze sind wahllos. Während sie auf bestimmte kommerzielle Arten abzielen, räumen sie alles auf ihrem Weg ab. Die Forschung identifizierte 1.082 Arten von Haien, Rochen und Seekatzen im Fang, eine Gruppe, die besonders anfällig für Überfischung ist. Darunter sind 30 als vom Aussterben bedroht eingestufte Arten, einschließlich des Großen Geigenrochens und des Grünen Sägerochens. Weitere 103 werden als gefährdet oder verletzlich eingestuft.
Lokale Fischereigemeinden und Naturschützer sind zutiefst besorgt, weil dieses Ausmaß an Beifang eine direkte Bedrohung für marine Ökosysteme und die Ernährungssicherheit darstellt. Der unbeabsichtigte Fang von nicht-Zielarten und bedrohten Arten kann Populationen dezimieren, die für gesunde Ozeane und letztlich für die langfristige Lebensfähigkeit der Fischereien selbst entscheidend sind. Die schiere Anzahl der betroffenen Arten unterstreicht ein systemisches Problem innerhalb einer der weltweit häufigsten Fischereitechniken.
Die Bedeutung der Ergebnisse liegt in ihrem beispiellosen Umfang. Indem die Forschung den globalen Biodiversitätsverlust durch Grundschleppnetze mit harten Zahlen quantifiziert, verlagert sie die Diskussion über regionale Studien hinaus. Sie schafft eine klare, datengestützte Basis, die zeigt, dass der Kollateralschaden der industriellen Fischerei ein planetares Phänomen ist, das Tausende von Arten auf den Kontinentalschelfen und -hängen der Welt betrifft. Diese Beweise schaffen eine neue Verpflichtung für das Fischereimanagement, ganze Ökosysteme und nicht nur die Bestände einiger weniger beliebter Fischarten zu berücksichtigen.