Sabastian Sawe lief 42,195 Kilometer schneller als je ein Mensch auf einer offiziellen Strecke, und sein Land reagierte, indem es die Straßen seiner Heimatstadt abriegelte.
Sawe, ein 27-jähriger Kenianer, absolvierte den Marathon in 1 Stunde 59 Minuten und 22 Sekunden. Die Leistung fand in Valencia, Spanien, statt, aber die Feierlichkeiten fanden in Iten, Kenia, statt, wo Tausende die Straßen säumten, um ihn willkommen zu heißen.
Ein Kleinstadt legt alles auf Eis
Iten ist ein Höhentrainingszentrum im kenianischen Rift Valley, bekannt für die Produktion von Weltmeisterläufern. Als Sawe ankam, stand die Stadt praktisch still. Die Menschen drängten sich auf den Straßen, schwenkten Fahnen und skandierten. Schulkinder wurden früher aus dem Unterricht entlassen. Lokale Führungskräfte organisierten einen Autokorso, der sich stundenlang durch die Menschenmengen schlängelte.
Sawe saß auf dem Dach eines weißen Geländewagens und winkte der Menge zu. Viele Bewohner sagten, sie hätten so etwas noch nie gesehen, nicht einmal für Olympiasieger. Der Grund war einfach: Niemand hatte je das getan, was Sawe gerade getan hatte.
Warum dieser Rekord anders ist
Andere Läufer haben die Zwei-Stunden-Marke schon früher geknackt, aber diese Versuche nutzten Tempomacher, kontrollierte Bedingungen und speziell gestaltete Strecken, die nicht den offiziellen Standards entsprachen. Sawes Lauf in Valencia war anders. Er fand auf einer zertifizierten Strecke unter offenen Wettkampfbedingungen statt. Das macht seine Zeit zum ersten Sub-Zwei-Stunden-Marathon, der von World Athletics als Weltrekord anerkannt wird.
Für Kenianer ist Laufen nicht nur ein Sport. Es ist eine Quelle nationalen Stolzes und ein seltener Weg zu wirtschaftlichem Aufstieg. Sawe wuchs in einer ländlichen Gegend auf, trainierte auf Schotterstraßen und arbeitete sich durch lokale Rennen hoch. Sein Erfolg steht für einen Traum, den viele junge Kenianer teilen.
Ein Heimkommen, das sich wie ein Feiertag anfühlte
Die Regierung erklärte keinen offiziellen Feiertag, aber es fühlte sich so an. Geschäfte schlossen. Eltern brachten ihre Kinder, um Sawe vorbeifahren zu sehen. Einige hielten Schilder mit seinem Bild. Andere liefen einfach neben dem Autokorso her und versuchten, mit einem Mann Schritt zu halten, der gerade Geschichte geschrieben hatte, indem er schneller lief als jeder vor ihm.
Sawe sprach kurz zur Menge und dankte ihnen für ihre Unterstützung. Er sagte, er hoffe, dass seine Leistung andere junge Athleten aus der Region inspirieren werde. Dann zog der Autokorso weiter, und die Feierlichkeiten dauerten bis in den Abend an.
Kenia hat viele große Läufer hervorgebracht, aber Sawes Rekord markiert eine neue Schwelle. Der Zwei-Stunden-Marathon galt einst als unmöglich. Jetzt gehört er einem Mann aus einer Kleinstadt im Rift Valley, und sein Land sorgte dafür, dass er wusste, dass sie es nie vergessen würden.