Im Johnson Space Center der NASA in den USA verbringt ein Mann namens Ike Theriot seine Tage damit, über ein Problem nachzudenken: Wie bringt man jemandem bei, auf einer Welt mit einem Sechstel der Erdanziehungskraft zu gehen, zu heben und zu bauen? Seine Antwort ist eine Mischung aus Gurten, Gegengewichten und cleverer Technik, die Astronauten das Gefühl gibt, bereits auf dem Mond zu sein, bevor sie die Erde verlassen.
Die Anziehungskraft des Mondes simulieren
Theriot arbeitet mit einem Team, das in riesigen Lagerhallen nachgebaute Mondoberflächen und Werkzeuge baut. Astronauten tragen Anzüge, die mit Overhead-Kranen und Flaschenzügen verbunden sind. Diese Systeme ziehen an ihren Körpern nach oben, sodass sie etwas erleben, das der Mondgravitation nahekommt. Das Ergebnis ist ein seltsamer, hüpfender Gang, der mit einem normalen Spaziergang auf der Erde nichts gemein hat.
Das Training findet im Johnson Space Center in Houston, Texas, statt. Astronauten üben das Sammeln von Gesteinsproben, das Aufstellen von Ausrüstung und das Bewegen schwerer Gegenstände. Jede Aufgabe ist schwieriger, wenn deine Füße kaum auf dem Boden bleiben. Theriots Aufgabe ist es, sicherzustellen, dass die Gurte und Gegengewichte reibungslos funktionieren, damit sich die Astronauten auf die Wissenschaft konzentrieren können und nicht auf den Kampf mit ihrer eigenen Ausrüstung.
Warum die Einheimischen das betrifft
Für die Menschen in Houston ist diese Arbeit persönlich. Das Johnson Space Center ist seit Jahrzehnten das Herz der amerikanischen bemannten Raumfahrt. Wenn Astronauten für eine Mondmission trainieren, tun sie das in ihrem eigenen Hinterhof. Theriots Arbeit ist Teil eines größeren Vorhabens, Menschen zurück zur Mondoberfläche zu bringen, ein Ziel, das in der lokalen Gemeinschaft Begeisterung und Aufmerksamkeit geweckt hat.
Theriot selbst ist kein Astronaut. Er ist Ingenieur, ein Problemlöser hinter den Kulissen. Aber seine Arbeit prägt direkt, was Astronauten tun können, sobald sie den Mond betreten. Ohne seine Gurte und Simulatoren wären die ersten Schritte der nächsten Mondforscher weit weniger vorbereitet.
Das Training dreht sich nicht nur ums Gehen. Es geht darum, zu lernen, wie man Werkzeuge benutzt, wie man das Gleichgewicht hält und wie man Stürze vermeidet in einem Anzug, der auf der Erde Hunderte von Pfund wiegt, sich auf dem Mond aber fast schwerelos anfühlt. Theriot und sein Team testen jeden Riemen, jede Rolle und jedes Gelenk, um sicherzustellen, dass nichts versagt, wenn es darauf ankommt.
Eine neue Art der Feldarbeit
Das Artemis-Programm der NASA will Astronauten zum Mond schicken, darunter die erste Frau und die erste Person of Color. Diese Astronauten werden dort echte Arbeit leisten müssen, nicht nur eine Flagge pflanzen. Sie werden Proben sammeln, Ausrüstung reparieren und möglicherweise Strukturen bauen. All das erfordert ein Training, das so nah wie möglich an der Realität ist.
Theriots Simulatoren sind ein Schlüsselelement dieser Vorbereitung. Sie ermöglichen es Astronauten, in einer sicheren Umgebung zu üben, in der Fehler Zeit kosten, nicht Leben. Die Lektionen, die in diesen Lagerhallen gelernt werden, werden bis zur Mondoberfläche getragen.
Für Theriot geht es bei der Arbeit darum, das Unmögliche routiniert erscheinen zu lassen. Er hilft, Science-Fiction in eine Checkliste zu verwandeln. Und wenn die nächsten Astronauten endlich ihre Fußspuren im Mondstaub hinterlassen, wird ein Teil dieses Erfolgs den Ingenieuren gehören, die ihnen beigebracht haben, wie man sich bewegt.