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NASA-Sonde Psyche fotografiert Mars-Südpol bei Vorbeiflug

Eine NASA-Raumsonde, die zur Erforschung eines metallhaltigen Asteroiden gebaut wurde, hat neue klare Aufnahmen des Mars-Südpols zur Erde geschickt. Die Psyche-Mission, die im Oktober 2023 startete, nutzte den Mars im Mai 2025...

Eine NASA-Raumsonde, die zur Erforschung eines metallhaltigen Asteroiden gebaut wurde, hat neue klare Aufnahmen des Mars-Südpols zur Erde geschickt. Die Psyche-Mission, die im Oktober 2023 startete, nutzte den Mars im Mai 2025 als Gravitationsschleuder und richtete während des Vorbeiflugs ihre Kameras auf den Planeten.

Eine Überraschungsaufnahme des roten Planeten

Die beiden Bordkameras von Psyche, die eigentlich einen fernen metallischen Himmelskörper fotografieren sollten, haben stattdessen die geschichteten Eis- und Staublandschaften der südlichen Polkappe des Mars eingefangen. Die Bilder zeigen eine helle weiße Kappe auf der rostfarbenen Oberfläche des Planeten, mit deutlich sichtbaren Kratern und Rillen. Die NASA veröffentlichte die Fotos am 12. Juni 2025 und bezeichnete sie als Bonus eines routinemäßigen Navigationsmanövers.

Warum der Vorbeiflug für die Mission wichtig war

Die Raumsonde benötigte die Schwerkraft des Mars, um ihre Flugbahn zu ändern und für die lange Reise zu ihrem Hauptziel, dem Asteroiden 16 Psyche, an Geschwindigkeit zu gewinnen. Dieser Asteroid im Hauptgürtel zwischen Mars und Jupiter gilt als freigelegter Kern eines frühen Planeten. Wissenschaftler glauben, dass seine Erforschung zeigen könnte, wie sich Planeten wie die Erde gebildet haben. Der Vorbeiflug brachte Psyche bis auf etwa 1.000 Kilometer an die Marsoberfläche heran, nah genug für detaillierte Aufnahmen.

Was die Bilder zeigen

Die Aufnahmen konzentrieren sich auf die Südpolregion, wo sich saisonales Kohlendioxid-Eis und Wassereis vermischen. Das Gelände umfasst geschichtete Ablagerungen, die die Klimageschichte des Mars dokumentieren. Ingenieure nutzten den Vorbeiflug auch, um Psyches Instrumente und Kommunikationssysteme zu testen, bevor die Sonde tiefer ins All vordringt. Das Missionsteam am Jet Propulsion Laboratory der NASA in Kalifornien bestätigte, dass die Raumsonde gesund und auf Kurs ist.

Ein Umweg mit wissenschaftlichem Wert

Für die Beteiligten der Psyche-Mission war der Mars-Vorbeiflug eine praktische Notwendigkeit, die auch unerwartete wissenschaftliche Erkenntnisse lieferte. Die Bilder ergänzen jahrzehntelange Marsbeobachtungen von Orbitern und Rovern, stammen aber von einer Raumsonde mit einem anderen Ziel. Dieser Umweg, eine routinemäßige Gravitationsunterstützung, wurde zu einer Gelegenheit, einen vertrauten Planeten aus einem neuen Blickwinkel zu sehen. Die Sonde setzt nun ihren Weg zum Rendezvous mit dem Asteroiden im Jahr 2029 fort und trägt Bilder des Mars als Erinnerung an die Reise mit sich.

Quelle: NASA

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