Ein Fossil, das vor mehr als drei Jahrzehnten in der Präfektur Osaka, Japan, gesammelt wurde, hat gerade ein Geheimnis preisgegeben: vier Knochen, die im Gestein verborgen waren. Darunter ist der erste Prämaxillare, der vorderste Knochen des Oberkiefers, der je in einem japanischen Mosasaurier-Fossil bestätigt wurde. Noch faszinierender: Die ungewöhnlichen Merkmale des Schädels passen zu keinem bekannten Mosasaurier, was darauf hindeutet, dass die Überreste zu einer völlig neuen Art gehören könnten.
Eine Überraschung in unvorbereitetem Gestein
Die Knochen wurden in Gesteinsstücken gefunden, die seit der Entdeckung der ursprünglichen Mosasaurier-Überreste zwischen 1990 und 1992 in Sobura, Kaizuka City, Präfektur Osaka, nicht vollständig präpariert worden waren. Die Exemplare wurden im Naturhistorischen Museum in Kishiwada City aufbewahrt, wo Forscher kürzlich beschlossen, das unvorbereitete Material erneut zu untersuchen. Diese Entscheidung zahlte sich aus: Vier fossile Knochen waren noch im umgebenden Gestein eingebettet und warteten darauf, erkannt zu werden.
Als die Fossilien erstmals gefunden wurden, hatten Wissenschaftler viel weniger Mosasaurier-Exemplare zum Vergleich, was die Identifizierung erschwerte. In den Jahrzehnten seitdem haben Forscher weltweit eine viel größere Sammlung von Vergleichsfossilien und anatomischen Daten aufgebaut. Dieses neue Wissen ermöglichte es dem Team, zu dem Wissenschaftler der Okayama University of Science, der Tokyo City University, des Naturhistorischen Museums und der Stadt Kishiwada gehörten, den Prämaxillare erstmals in einem japanischen Mosasaurier zu identifizieren.
Ungewöhnliche Schädelmerkmale deuten auf neue Art hin
Die Forscher untersuchten auch das Basisphenoid, einen Knochen nahe der Schädelhöhle, und fanden mehrere charakteristische Merkmale. Der Knochen hat kurze, hornartige Fortsätze, die nach außen ragen, und ihm fehlt eine ventrale mediane Rille. Diese Merkmale unterscheiden sich von denen zuvor beschriebener Mosasaurier und lassen die Möglichkeit aufkommen, dass das Tier eine für die Wissenschaft neue Art darstellt.
Mosasaurier waren große Meeresreptilien, die in der späten Kreidezeit, vor etwa 98 bis 66 Millionen Jahren, in den Ozeanen weltweit schwammen. Die neu identifizierten Knochen tragen zu einem wachsenden Bild dieser uralten Raubtiere bei, aber die ungewöhnliche Kombination von Merkmalen hebt dieses Exemplar hervor.
Warum dies für Fossilsammlungen wichtig ist
Die Entdeckung unterstreicht den Wert der erneuten Untersuchung unvorbereiteter Exemplare, die in Museen und Forschungssammlungen aufbewahrt werden. Fossilien, die jahrzehntelang aufbewahrt wurden, können immer noch Überraschungen bergen, wenn sie mit neuen Augen und modernem Wissen betrachtet werden. Die Ergebnisse, die vom Forschungsteam veröffentlicht wurden, zeigen, dass Geduld und erneute Untersuchung alte Steine in neue Entdeckungen verwandeln können, die unser Verständnis des prähistorischen Lebens in Japan und darüber hinaus erweitern.