Eine wachsende Zahl von Studien deutet darauf hin, dass der nächste Ebola Ausbruch nicht durch das Fieber eines Patienten, sondern durch ein Satellitenbild eines gerodeten Waldes vorhergesagt werden könnte. Wissenschaftler der US Gesundheitsbehörde CDC untersuchen nun, ob Abholzungsmuster als verlässliches Frühwarnsignal dafür dienen können, wo das tödliche Virus von Wildtieren auf Menschen überspringt.
Wie Waldverlust Fledermäuse und Menschen näher zusammenbringt
Das Ebola Virus wird von Flughunden übertragen, die in zerstückelten Wäldern gedeihen. Wenn große Baumflächen abgeholzt werden, werden die verbleibenden Flecken überfüllt mit Fledermäusen, die das Virus in ihrem Speichel, Urin und Kot ausscheiden. Menschen, die diese gestörten Wälder betreten, um zu jagen, Feuerholz zu sammeln oder zu farmen, können in direkten Kontakt mit infizierten Fledermausflüssigkeiten kommen. Carson Telford von der CDC, der die virale Ökologie der Behörde leitet, erklärte, dass Abholzung im Wesentlichen eine Mischschale schafft, in der Fledermäuse und Menschen häufiger interagieren. Die Frage ist, ob diese Interaktion kartiert und vorhergesagt werden kann.
Ein datengesteuerter Ansatz zur Ausbruchsvorhersage
Telford und sein Team analysieren Satellitenbilder von Waldbedeckungsveränderungen in Zentral und Westafrika und überlagern sie mit Aufzeichnungen vergangener Ebola Ausbrüche. Sie suchen nach einem statistischen Zusammenhang zwischen dem Zeitpunkt und Ort der Abholzung und dem Auftreten menschlicher Fälle. Wenn ein solcher Zusammenhang besteht, könnten Gesundheitsbehörden Überwachungs und Impfkampagnen in Gebieten priorisieren, in denen die Abholzung zunimmt. Die Arbeit steckt noch in den Kinderschuhen, aber Telford sagte, das Ziel sei es, von der Reaktion auf Ausbrüche zu deren Vorhersage überzugehen. Die Forschung konzentriert sich auf Länder wie die Demokratische Republik Kongo und Guinea, wo frühere Ebola Epidemien auf die Übertragung von Fledermäusen auf Menschen zurückgeführt wurden.
Warum lokale Gemeinschaften genau hinschauen
Für Menschen, die in der Nähe tropischer Wälder in Zentral und Westafrika leben, ist Ebola keine ferne Bedrohung. Ausbrüche haben Tausende getötet und lokale Wirtschaften, Gesundheitssysteme und das tägliche Leben gestört. Wenn Abholzungsdaten auch nur ein paar Wochen Vorwarnzeit geben könnten, könnten Gesundheitsarbeiter Gemeinschaften darüber aufklären, Fledermauslebensräume zu meiden, Überwachungsstationen einzurichten und Behandlungszentren vorzubereiten, bevor der erste Fall auftritt. Lokale Führer haben lange beobachtet, dass Ausbrüche oft auf Phasen intensiver Holzfällung oder Rodung folgen. Die CDC Forschung könnte diese Beobachtung in ein praktisches Werkzeug verwandeln, das Leben rettet.
Schluss
Die Idee, dass eine öffentliche Gesundheitskrise vorhergesagt werden könnte, indem man Bäume fallen sieht, ist eine Erinnerung daran, dass menschliche und ökologische Gesundheit keine getrennten Anliegen sind. Wenn sich die Modelle der CDC als genau erweisen, könnten Abholzungskarten für die Krankheitsprävention genauso wichtig werden wie Krankenhausakten. Die Forschung behauptet nicht, dass das Fällen von Bäumen Ebola verursacht, sondern nur, dass es Bedingungen schaffen könnte, unter denen das Virus einen Weg zu den Menschen findet. Diese Unterscheidung ist wichtig, denn sie weist auf eine Zukunft hin, in der der Schutz von Wäldern auch den Schutz von Gemeinschaften bedeutet.