Ein Astronaut auf der Internationalen Raumstation hat gerade das erste Seilzugtraining absolviert, das jemals im Weltraum durchgeführt wurde. ESA-Astronautin Sophie Adenot aktivierte am 8. Juli 2026 das European Enhanced Exploration Exercise Device, kurz E4D, im Columbus-Labor. Die Seilzugübung trainiert die Oberkörpermuskulatur, die für Zug- und Stabilisierungsbewegungen genutzt wird, und fügt den Fitnessmöglichkeiten der Station eine völlig neue Trainingskategorie hinzu.
Eine einzige Maschine, die die Arbeit mehrerer erledigt
E4D vereint Widerstandstraining, Radfahren, Rudern und Seilzug in einem kompakten System. Es unterstützt mehr als 30 Kraftübungen und zahlreiche Variationen und bietet den Astronauten eine breitere Palette an Workouts, während es weniger Platz beansprucht als herkömmliche Geräte. Entwickelt wurde das Gerät von der Danish Aerospace Company zusammen mit dem Vibration Isolation System der NASA. Die ESA gab das Projekt in Auftrag, um die Trainingsmöglichkeiten der Station zu erweitern und sich auf zukünftige Erkundungsmissionen vorzubereiten.
Warum Bewegung wichtig ist, wenn die Schwerkraft verschwindet
Ohne die ständige Anziehungskraft der Erde erleben Astronauten einen schnellen körperlichen Abbau, der ihre Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Sicherheit beeinträchtigt. Tägliche Trainingseinheiten von etwa 90 Minuten an Geräten wie dem Laufband T2, dem Fahrrad CEVIS oder der Gewichthebeanlage ARED sind die derzeit wirksamsten Gegenmaßnahmen. Doch diese Geräte haben Einschränkungen. E4D wurde entwickelt, um diese zu überwinden, indem es mehr Abwechslung bietet und weniger Platz benötigt. Sophie Adenot, die das System während ihrer Epsilon-Mission aktivierte, sagte, sie liebe Sport und fand es aufregend, den Workouts im Orbit mehr Abwechslung zu verleihen.
Was als nächstes für das E4D-Experiment kommt
In den nächsten zwei Jahren werden die Besatzungen das Design, die Betriebsleistung und die Wirksamkeit des Geräts bei der Bekämpfung der physischen Auswirkungen der Schwerelosigkeit bewerten. Zukünftige Testphasen werden auch das integrierte Bewegungserfassungssystem bewerten, das Astronauten hilft, ihre Leistung zu verfolgen und ihre Haltung in Echtzeit zu korrigieren. Diese integrierte Fähigkeit soll die Abhängigkeit von der Bodenaufsicht verringern und ein sicheres, präzises und effektives Training im Orbit unterstützen. Das Hauptziel der E4D-Tests ist es, bessere Wege zu finden, um Astronauten während langer Weltraummissionen gesund zu halten, insbesondere da die Behörden sich auf tiefere Erkundungen jenseits der Raumstation vorbereiten.