Ein 35 Meter großer Fallschirm für den Mars wurde gerade in einem Ofen in den Niederlanden gebacken, um ihn mindestens 10.000 Mal sauberer zu machen als dein Smartphone. Die ExoMars Rosalind Franklin Rover Mission der Europäischen Weltraumorganisation wird auf diese riesige Nylon- und Kevlar-Kappe angewiesen sein, um einen sechsminütigen Sturz durch die dünne Marsatmosphäre zu überleben. Falls Erd-Mikroben mitreisen, könnten sie die Suche nach außerirdischem Leben ruinieren.
Ein OP-Kittel vor dem Backen
Der 74 Kilogramm schwere Fallschirm verbrachte Zeit in einem speziellen Heißluftsterilisator im Life Support and Physical Sciences Laboratory der ESA in ESTEC, dem technischen Zentrum der Agentur in den Niederlanden. Bevor das Backen begann, wurde der Fallschirm sorgfältig in einen donutförmigen Beutel gewickelt. Der Reinraum, in dem er vorbereitet wurde, ist so streng, dass jede Person, die ihn betritt, sich gründlicher als ein Chirurg einkleiden und eine Luftdusche passieren muss, um Verunreinigungen zu entfernen. Die gesamte Luft im Raum wird kontinuierlich durch einen zweistufigen Filter geleitet.
Warum der Mars einen makellosen Fallschirm braucht
Der ExoMars Rosalind Franklin Rover wird 2028 starten und über 25 Monate zum Roten Planeten reisen. Seine Mission ist es, nach Spuren von Leben unter der Marsoberfläche zu suchen. Aber jede widerstandsfähige terrestrische Mikrobe, die die Reise durchs All überlebt, könnte die Untersuchung stören, indem sie eine Vorwärtskontamination verursacht und einen falschen Positivbefund auslöst. Die Marsumgebung vor uns selbst zu schützen, gemäß internationaler Planetenschutzmaßnahmen, ist genauso wichtig wie die Mission selbst zu schützen.
Der größte Fallschirm, der je jenseits der Erde geflogen ist
Dieser Fallschirm wird der größte sein, der je auf dem Mars oder irgendwo anders im Sonnensystem außerhalb der Erde eingesetzt wurde. Er wird den Rover nach einem Hochgeschwindigkeitseintritt in die dünne Atmosphäre für eine sichere Landung abbremsen. Der Sterilisationsprozess stellt sicher, dass keine Mikroben per Anhalter zum Mars gelangen, und bewahrt die wissenschaftliche Integrität der Suche nach vergangenem oder gegenwärtigem Leben auf unserem nächsten planetaren Nachbarn.