Indien hat seinen ersten wasserstoffbetriebenen Personenzug vorgestellt, der komplett mit heimischer Technologie gebaut wurde. Damit reiht sich das Land in eine kleine Gruppe von Nationen ein, die emissionsfreie Züge für den Alltagsverkehr testen.
Der Zug wurde Mitte Juli 2026 in Betrieb genommen. Vertreter der indischen Eisenbahn erklärten, dass das Wasserstoff-Brennstoffzellensystem nur Wasserdampf als Abgas produziert und auf einigen Strecken Dieselmotoren ersetzt.
Ein heimischer Wasserstoffmotor für die Schiene
Der Zug wurde ohne ausländische Zusammenarbeit in Indien entwickelt und gebaut. Ingenieure statteten die Lokomotive mit Wasserstoff-Brennstoffzellen aus, die Wasserstoffgas in Strom umwandeln, der dann die Fahrmotoren antreibt. Das einzige Nebenprodukt ist Dampf.
Die indische Eisenbahn plant, den Zug zunächst auf ausgewählten Regionalstrecken einzusetzen. Ziel ist es, Leistungsdaten zu sammeln und die Technologie zu verfeinern, bevor die Flotte erweitert wird. Der Start folgt auf jahrelange Forschung in indischen Eisenbahnwerkstätten und Forschungszentren.
Warum die lokalen Gemeinschaften aufmerksam wurden
Für Menschen, die entlang der Eisenbahnkorridore in Indien leben, bedeuten Dieselloks seit langem Lärm, Abgase und Luftverschmutzung. Wasserstoffzüge versprechen einen leiseren Betrieb und keine lokalen Emissionen. Anwohner in Städten nahe der ersten Teststrecken äußerten die Hoffnung, dass sauberere Züge die Luftqualität verbessern und Gesundheitsprobleme durch Dieselabgase reduzieren würden.
Auch lokale Beamte sehen einen wirtschaftlichen Aspekt. Die Produktion von Wasserstoff und die Betankungsinfrastruktur könnten in den Regionen, in denen die Züge verkehren, Arbeitsplätze schaffen. Die indische Eisenbahn ist einer der größten Arbeitgeber des Landes, und der Umstieg auf Wasserstoff könnte neue qualifizierte Stellen in Wartung und Brennstoffversorgung eröffnen.
Emissionsreduktion in einem der verkehrsreichsten Schienennetze der Welt
Indien betreibt eines der größten Eisenbahnnetze der Welt und befördert jährlich Milliarden von Fahrgästen. Die meisten Züge fahren noch mit Diesel oder Strom aus Kohlekraftwerken. Die Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, die indische Eisenbahn bis 2030 zu einem Netto-Null-Emittenten zu machen.
Wasserstoffzüge sind Teil dieser Strategie. Im Gegensatz zu batterieelektrischen Zügen können Wasserstoffmodelle lange Strecken ohne häufige Ladestopps zurücklegen. Sie funktionieren auch gut auf Strecken ohne Oberleitungen. Das macht sie zu einer praktischen Option für Indiens riesige und vielfältige Geografie.
Der Start positioniert Indien neben Deutschland, China und einigen anderen Ländern, die Wasserstoff-Personenzüge getestet haben. Aber Indiens Version ist bemerkenswert, weil sie eigenständig entwickelt wurde, was die Abhängigkeit von ausländischer Technologie und Patenten verringert.
Was als Nächstes kommt
Die indische Eisenbahn hat noch kein konkretes Datum für den kommerziellen Personenverkehr bekannt gegeben. Tests und Zertifizierungen werden Monate dauern. Bei Erfolg könnte der Wasserstoffzug bald regelmäßig auf indischen Gleisen zu sehen sein und Pendler sowie Fernreisende ohne den Rauch und Lärm von Diesel befördern.