Das Siegerteam hob keine Trophäe hoch. Sie verließen das Feld mit Ziegen. In einem abgelegenen Winkel Indiens ersetzte ein Fußballturnier im Bundesstaat Meghalaya die üblichen Pokale durch Vieh, und die Menge liebte es.
Ein Preis, der eine Familie ernährt
Das Turnier fand in Nongtluh statt, einem von Wäldern und Hügeln umgebenen Dorf im Distrikt West Jaintia Hills. Zwölf Mannschaften aus nahegelegenen Stammesdörfern meldeten sich an. Die Sieger erhielten zwei Ziegen. Die Zweitplatzierten bekamen eine. Lokale Organisatoren sagten, die Tiere seien eine praktische Belohnung für Gemeinschaften, in denen eine Ziege eine Familie tagelang ernähren kann.
Die Spiele wurden auf einem schlammigen Feld mit Bambus-Toren ausgetragen. Die Spieler trugen Trikots, aber viele spielten barfuß. Die Zuschauer saßen auf dem Boden oder standen an den Hängen. Es gab keine Flutlichter, daher endeten die Spiele vor Sonnenuntergang. Das Finale lockte hunderte Menschen aus umliegenden Dörfern an.
Warum Ziegen, nicht Gold
Das Turnier wurde vom örtlichen Jugendclub organisiert. Sie wollten etwas, das für die Spieler und ihre Familien von Bedeutung war. In diesem Teil Meghalayas leben viele Menschen von der kleinbäuerlichen Landwirtschaft. Eine Ziege ist nicht nur ein Preis. Sie ist eine Quelle für Fleisch, Einkommen oder Zuchttiere. Die Organisatoren sagten, die Idee stamme aus der Gemeinschaft selbst. Die Leute hatten genug von Trophäen, die Staub sammelten. Sie wollten etwas Nützliches.
Das Turnier hatte keine Sponsoren. Keine Firmenlogos auf Bannern. Die Startgebühren der Mannschaften deckten die Kosten für die Ziegen. Der Jugendclub kümmerte sich um die Logistik. Lokale Älteste fungierten als Schiedsrichter. Die ganze Veranstaltung kostete sehr wenig, bedeutete aber eine Menge.
Eine Tradition, die sich verbreiten könnte
Für die Menschen in Nongtluh war das kein Gimmick. Es war eine Rückkehr zu älteren Denkweisen über Wettbewerb und Belohnung. Die Ziegen wurden auf einem lokalen Markt gekauft. Die Sieger nahmen sie noch am selben Abend mit nach Hause. Nachbarn halfen beim Tragen der Tiere. Kinder folgten den Spielern durch das Dorf.
Dieses Turnier mag klein bleiben. Aber es zeigt, dass der beste Preis an manchen Orten kein Stück Metall ist. Es ist etwas, das Gras fressen, wiederkäuen und eine Familie ernähren kann.