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Kaffees Zukunft könnte von vergessenen Wildarten in Westafrika abhängen

Die beiden Kaffeearten, die den weltweiten Morgenroutine antreiben, Arabica und Robusta, kämpfen ums Überleben, da die Temperaturen steigen. Doch in den Wäldern der Côte d'Ivoire wenden sich Forscher wilden Kaffeeverwandten zu...

Die beiden Kaffeearten, die den weltweiten Morgenroutine antreiben, Arabica und Robusta, kämpfen ums Überleben, da die Temperaturen steigen. Doch in den Wäldern der Côte d'Ivoire wenden sich Forscher wilden Kaffeeverwandten zu, die jahrzehntelang weitgehend ignoriert wurden. Diese obskuren Pflanzen könnten der Schlüssel sein, um Kaffee auf dem Tisch zu halten.

Ein vergessenes genetisches Versteck direkt vor unserer Nase

Wissenschaftler der Universität Montpellier und des französischen Nationalen Forschungsinstituts für nachhaltige Entwicklung haben Kaffeearten in Westafrika untersucht. Sie fanden heraus, dass mehrere einheimische Wildarten höhere Temperaturen, längere Trockenperioden und sogar Schädlinge vertragen können, die kommerzielle Plantagen plagen. Eine Art, Coffea stenophylla, produziert Bohnen mit einem Geschmacksprofil, das Verkoster mit hochwertigem Arabica vergleichen. Eine andere, Coffea liberica, wächst bereits in heißeren Tieflandgebieten und liefert eine robustere Ernte.

Warum lokale Bauern aufmerken

In der Côte d'Ivoire ist der Kaffeeanbau eine Lebensader für Tausende von Landfamilien. Doch steigende Temperaturen haben die Gebiete, in denen Arabica angebaut werden kann, bereits schrumpfen lassen. Robusta, das mehr Hitze verträgt, zeigt ebenfalls Anzeichen von Stress. Die Bauern haben sinkende Erträge und sich ausbreitende Krankheiten erlebt. Die Idee, einen Kaffeebaum zu pflanzen, der weniger Wasser und weniger Chemikalien braucht, ist nicht nur eine akademische Spielerei. Es ist eine praktische Überlebensstrategie.

Das Forschungsteam sammelte Proben aus Wäldern und Plantagen im ganzen Land. Sie testeten die Pflanzen auf Trockentoleranz, Hitzeresistenz und Bohnenqualität. Die Ergebnisse zeigten, dass einige Wildarten unter Bedingungen gedeihen können, die Arabica-Pflanzen töten würden. Der nächste Schritt ist, diese Eigenschaften in Sorten zu züchten, die Bauern tatsächlich anbauen können.

Ein enges Zeitfenster für Maßnahmen

Viele dieser wilden Kaffeearten sind selbst gefährdet. Die Abholzung in Westafrika hat große Teile ihres natürlichen Lebensraums zerstört. Wenn die Wälder verschwinden, verschwinden auch die genetischen Ressourcen, die sie enthalten. Wissenschaftler warnen, dass das Zeitfenster, um diese Pflanzen zu untersuchen und zu erhalten, sich schnell schließt. Ohne sofortigen Schutz könnten genau die Pflanzen, die die Kaffeeindustrie retten könnten, verloren gehen, bevor sie jemals genutzt werden.

Die Suche nach klimaresistentem Kaffee geht nicht nur darum, eine neue Bohne zu finden. Es geht darum, eine biologische Bibliothek zu bewahren, die sich über Millionen von Jahren entwickelt hat. In der Côte d'Ivoire ist diese Bibliothek noch geöffnet, aber die Seiten blättern sich schnell um.

Quelle: Mongabay

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