Ein malaysischer Landesrat hat eine Kuh für das Eid al-Adha Opfer mit einer Schrotflinte getötet, und das Video der Tat hat landesweit öffentliche Wut ausgelöst.
Der Vorfall ereignete sich in Perlis, einem nördlichen Bundesstaat Malaysias, während des islamischen Feiertags Eid al-Adha, an dem Muslime traditionell Vieh wie Kühe und Ziegen schlachten. Das Fleisch wird dann an die Armen verteilt. Doch die Methode, die das Mitglied des Staatsrates, das für islamische Angelegenheiten zuständig ist, wählte, war alles andere als traditionell.
Eine Schrotflinte statt eines Messers
In einem Video, das in den sozialen Medien weit verbreitet wurde, ist zu sehen, wie der Politiker aus nächster Nähe mit einer Schrotflinte auf eine Kuh schießt. Das Tier bricht nach dem Schuss zusammen. Das Video zeigt, dass sich die Kuh nach dem Treffer noch bewegt, und ein zweiter Schuss wird abgefeuert. Das Schlachten von Tieren zu Eid erfolgt normalerweise mit einem scharfen Messer in einem einzigen schnellen Schnitt durch die Kehle, gemäß den islamischen Halal Richtlinien. Die Verwendung einer Schusswaffe ist nicht üblich und wird von vielen religiösen Autoritäten nicht als zulässige Methode anerkannt.
Öffentliche Wut und Forderungen nach Rechenschaft
Das Video löste sofortige Gegenreaktionen im Internet aus. Viele Malaysier zeigten sich schockiert und angewidert und sagten, die Tat sei grausam und respektlos gegenüber dem Tier und den religiösen Traditionen. Auch Tierschutzgruppen und muslimische Organisationen verurteilten die Tötung. Der Politiker entschuldigte sich später und sagte, er habe keine Verärgerung verursachen wollen und die Schrotflinte benutzt, weil er glaubte, es sei eine schnelle Methode, die Kuh zu töten. Er sagte, er werde jede von den Behörden für angemessen erachtete Strafe akzeptieren. Die örtliche Polizei hat eine Untersuchung des Vorfalls eingeleitet. Für die Menschen in Perlis und ganz Malaysia berührt die Kontroverse tiefere Fragen zur Behandlung von Tieren, zum Verhalten von Amtsträgern und zur Bewahrung religiöser Bräuche.
Eine Tradition, die durch einen Abzug auf die Probe gestellt wird
Eid al-Adha erinnert an die Bereitschaft des Propheten Ibrahim, seinen Sohn zu opfern, und das rituelle Schlachten von Vieh soll mit Mitgefühl und Präzision durchgeführt werden. Der Einsatz einer Schrotflinte weicht stark von diesem Ideal ab. Der Vorfall hat Diskussionen darüber ausgelöst, ob Amtsträger, die religiöse Ressorts innehaben, an einem höheren Verhaltensstandard gemessen werden sollten. Die Landesregierung hat noch keine formellen Disziplinarmaßnahmen angekündigt, aber die öffentliche Empörung zeigt keine Anzeichen des Abklingens. Vorerst ist das Bild eines Politikers, der mit einer Schrotflinte auf eine angebundene Kuh schießt, zum Symbol einer Tradition geworden, die durch einen Moment schlechten Urteilsvermögens unterbrochen wurde.