Zum Inhalt springen

Martin Parrs letzte Fotos in einem Dorf in Wiltshire ausgestellt

Die letzten Fotos, die Martin Parr, einer der bekanntesten Dokumentarfotografen Großbritanniens, je gemacht hat, zeigen keine Prominenten oder Weltereignisse. Sie zeigen Vogelscheuchen, preisgekröntes Gemüse und Dorfbewohner...

Die letzten Fotos, die Martin Parr, einer der bekanntesten Dokumentarfotografen Großbritanniens, je gemacht hat, zeigen keine Prominenten oder Weltereignisse. Sie zeigen Vogelscheuchen, preisgekröntes Gemüse und Dorfbewohner einer kleinen englischen Gemeinschaft. Die Bilder sind jetzt genau dort zu sehen, wo sie entstanden sind: im Dorf Lacock in Wiltshire.

Das letzte Projekt eines Fotografen, verwurzelt in einem Dorf

Parr, bekannt für seine scharf beobachteten, oft humorvollen Bilder des britischen Lebens, verbrachte seine letzten Arbeitsmonate in Lacock. Er war beauftragt worden, das jährliche Vogelscheuchenfest des Dorfes und seine Gartenbauschau zu dokumentieren. Die entstandene Sammlung fängt die skurrilen, bescheidenen Rituale des ländlichen Englands ein: handgefertigte Vogelscheuchen in Gärten, Einheimische, die Kürbisse und Lauch begutachten, und der stille Stolz von Gemeinschaftswettbewerben.

Die Ausstellung wurde im Fox Talbot Museum eröffnet, das sich in der Lacock Abbey befindet. Das Museum ist nach William Henry Fox Talbot benannt, einem Pionier der Fotografie, der im 19. Jahrhundert im selben Dorf lebte und arbeitete. Parrs Bilder hängen nun an einem Ort, der half, das Medium zu erfinden, das er ein Leben lang meisterte.

Warum Lacock für Parr wichtig war und warum seine Arbeit für Lacock wichtig ist

Lacock ist ein erhaltenes mittelalterliches Dorf, das als Drehort für Historienfilme genutzt wurde. Die Bewohner sind es gewohnt, beobachtet zu werden. Aber Parrs Anwesenheit war anders. Er tauchte in den Jahreskalender des Dorfes ein, besuchte Feste und Schauen und fotografierte Menschen, die ihn vom Sehen kannten. Die Dorfbewohner kamen zur Eröffnung der Ausstellung, viele von ihnen waren Motive der Bilder.

Parr starb Anfang dieses Jahres im Alter von 73 Jahren. Sein letztes Projekt war eine Rückkehr zu der gemeinschaftsorientierten Arbeit, die seine frühe Karriere prägte. Für die Menschen in Lacock ist die Ausstellung sowohl eine Hommage als auch ein Zeugnis ihrer eigenen Traditionen. Die Vogelscheuchen und das Gemüse, die Parr fotografierte, sind nicht nur Motive. Sie sind Symbole einer Lebensweise, die der Fotograf bis zum Ende dokumentieren wollte.

Die Ausstellung läuft den Sommer über. Sie bietet Besuchern die Gelegenheit, die letzten Aufnahmen eines Fotografen zu sehen, der Jahrzehnte damit verbrachte, Großbritannien sich selbst zu zeigen.

Tägliche Zusammenfassung

Die 5 interessantesten Geschichten, jeden Morgen. Kostenlos.