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Mückenschutzmittel könnten Hummeln in Finnland desorientieren

Dieselbe Chemikalie, die Mücken von der Haut fernhält, könnte Hummeln daran hindern, zurück zum Nest zu finden. Neue Forschung aus Finnland deutet darauf hin, dass handelsübliche Mückenschutzmittel Hummeln desorientieren können...

Dieselbe Chemikalie, die Mücken von der Haut fernhält, könnte Hummeln daran hindern, zurück zum Nest zu finden. Neue Forschung aus Finnland deutet darauf hin, dass handelsübliche Mückenschutzmittel Hummeln desorientieren können, sodass sie den Heimweg nicht mehr finden.

Ein chemischer Nebel, der den inneren Kompass der Biene stört

Forscher der Universität Helsinki testeten, wie Hummeln auf Transfluthrin reagieren, einen häufigen Inhaltsstoff vieler Mückenschutzmittel für den Haushalt. Sie setzten Dunkle Erdhummel dem Stoff aus und verfolgten dann die Bewegungen der Insekten. Die Ergebnisse waren eindeutig: Bienen, die mit dem Mittel in Kontakt kamen, brauchten deutlich länger, um zu ihrem Volk zurückzukehren, und einige kehrten gar nicht zurück.

Die im Fachjournal Science of the Total Environment veröffentlichte Studie stattete die Hummeln mit winzigen Funksendern aus. Die Wissenschaftler setzten die Bienen dann in einiger Entfernung von ihren Nestern frei und zeichneten auf, wie lange jede Biene für die Rückkehr brauchte. Hummeln, die Transfluthrin ausgesetzt waren, waren deutlich langsamer und weniger erfolgreich bei der Rückkehr als unbehandelte Bienen.

Warum das in finnischen Gärten eine Rolle spielt

Finnland ist die Heimat vieler Wildhummeln, die wichtige Bestäuber von Wildpflanzen und Nutzpflanzen sind. Der finnische Sommer bringt Mücken mit sich, und viele Haushalte nutzen Steckdosenverdampfer oder andere Abwehrmittel, um sie fernzuhalten. Die Studie legt nahe, dass diese Geräte genug Transfluthrin in die Luft abgeben könnten, um die Navigation der Hummeln zu stören, selbst bei Konzentrationen, die für Menschen als unbedenklich gelten.

Die Forscher stellten fest, dass die Wirkung nicht tödlich war. Die Bienen starben nicht an der Exposition. Stattdessen schien die Chemikalie ihre Orientierungsfähigkeit zu beeinträchtigen. Für ein soziales Insekt wie die Hummel ist Verirren ein ernstes Problem. Eine Biene, die den Heimweg nicht findet, kann nicht zur Futtersuche oder Fortpflanzung des Volkes beitragen.

Lokale Naturschutzgruppen in Finnland haben ihre Besorgnis über die unbeabsichtigten Folgen des weit verbreiteten Einsatzes von Abwehrmitteln geäußert. Die Studie reiht sich in eine wachsende Zahl von Belegen ein, dass gängige Haushaltschemikalien Nichtzielinsekten beeinträchtigen können, darunter auch nützliche Bestäuber.

Ein stiller Konflikt zwischen Komfort und Ökologie

Die Ergebnisse bedeuten nicht, dass Menschen aufhören sollten, sich vor Mücken übertragenen Krankheiten zu schützen. Sie zeigen jedoch einen oft übersehenen Zielkonflikt auf. Dieselbe Chemikalie, die ein komfortables, stichfreies Zuhause schafft, könnte für die Bienen im Garten draußen eine gefährliche Umgebung schaffen.

Die Studie wurde unter kontrollierten Bedingungen durchgeführt, und die Forscher sagen, dass weitere Arbeit nötig ist, um zu verstehen, wie die realen Expositionswerte im Vergleich zu denen im Experiment sind. Vorläufig liefern die Ergebnisse ein klares Signal, dass die Wirkungen von Haushaltsinsektiziden über die Schädlinge hinausgehen, die sie bekämpfen sollen.

Quelle: Mongabay

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