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Nepals Straßen und Stromleitungen bedrohen Wildtiere außerhalb der Parks

Nepal ist berühmt für seine Nationalparks und Tigerpopulationen, doch eine neue Studie warnt, dass der rasante Infrastrukturausbau des Landes die Lebensräume von Wildtieren in den ungeschützten Gebieten dazwischen leise zerstört...

Nepal ist berühmt für seine Nationalparks und Tigerpopulationen, doch eine neue Studie warnt, dass der rasante Infrastrukturausbau des Landes die Lebensräume von Wildtieren in den ungeschützten Gebieten dazwischen leise zerstört. Straßen, Eisenbahnen und Stromleitungen zerschneiden Landschaften, auf die Tiere für Wanderung, Nahrungssuche und Fortpflanzung angewiesen sind, und der Schaden findet weit jenseits der Parkgrenzen statt.

Straßen und Eisenbahnen durchschneiden wichtige Korridore

Forschende kartierten mehr als 100.000 Kilometer Infrastruktur in ganz Nepal und stellten fest, dass Straßen und Eisenbahnen heute fast jeden Teil des Landes außerhalb der Schutzgebiete durchziehen. Diese Korridore sind nicht nur laut. Sie blockieren Tiere physisch daran, sich zwischen Wäldern und Flüssen zu bewegen, und zersplittern Populationen von Arten wie Leoparden, Hirschen und Wildschweinen. Die Studie, veröffentlicht in der Zeitschrift Conservation Biology, nutzte Satellitendaten und Felduntersuchungen, um zu bewerten, wie Infrastruktur mit Wildtierlebensräumen überlappt. Sie ergab, dass Gebiete mit hoher Biodiversität außerhalb der Parks am stärksten betroffen sind. In einigen Regionen sind Straßen so dicht angelegt, dass kein Lebensraumfleck mehr groß genug ist, um eine überlebensfähige Population großer Säugetiere zu erhalten.

Stromleitungen stellen eine versteckte Gefahr für Vögel dar

Vögel sind einer anderen, aber ebenso ernsten Bedrohung ausgesetzt. Stromleitungen durchziehen offenen Himmel und Waldränder, und viele Arten kollidieren mit den Drähten oder werden elektrisiert, wenn sie auf Transformatoren landen. Die Studie identifizierte mehrere Hotspots, an denen Stromleitungen wichtige Vogelgebiete durchschneiden, darunter das Terai-Tiefland und die mittleren Hügel. Arten wie der Ultramarin-Fliegenschnäpper und andere Zugvögel sind besonders gefährdet. Die Forschenden stellten fest, dass Kollisionen mit Stromleitungen eine der Haupttodesursachen für einige Vogelpopulationen in Nepal sind, doch das Problem erhält weit weniger Aufmerksamkeit als Wilderei oder Lebensraumverlust durch Landwirtschaft.

Warum lokale Gemeinschaften aufmerksam sein sollten

Für Menschen, die in der Nähe dieser Infrastrukturprojekte leben, sind die Folgen nicht nur ökologisch. Viele ländliche Gemeinden sind für Tourismuseinnahmen auf Wildtiere angewiesen, und zersplitterte Lebensräume bedeuten weniger Tiere zu sehen. Landwirte berichten auch von erhöhten Ernteschäden, wenn Tiere in kleinere Gebiete gezwungen werden und nicht wandern können, um Nahrung zu finden. Die Autoren der Studie argumentieren, dass Nepals Umweltverträglichkeitsprüfungen sich oft nur auf Schutzgebiete konzentrieren und die kumulative Wirkung von Straßen und Stromleitungen auf die gesamte Landschaft ignorieren. Sie empfehlen, dass zukünftige Infrastrukturprojekte Wildtierübergänge, unterirdische Stromkabel in sensiblen Zonen und Pufferzonen umfassen sollten, die Parks miteinander verbinden.

Nepal hat weltweit Schlagzeilen gemacht, weil es seine Tigerpopulation verdoppelt und sein Nationalparksystem erweitert hat. Doch diese Studie zeigt, dass Naturschutzerfolge innerhalb der Parks zunichtegemacht werden können, wenn das Land außerhalb zu einem Labyrinth aus Beton und Kabeln wird. Die Entwicklungsziele des Landes und seine Wildtierziele befinden sich auf Kollisionskurs, und die Orte, an denen sie aufeinandertreffen, sind die ungeschützten Räume, an die die meisten Menschen nie denken.

Quelle: Mongabay

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