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🌍 Dschibuti Wilde Entdeckungen 2 min

Pharma-Cocktail in Dschibutis Küstengewässern entdeckt

Eine neue Studie hat in den Küstengewässern vor Dschibuti, einem kleinen Land am Horn von Afrika, eine Mischung aus 13 verschiedenen pharmazeutischen Verbindungen nachgewiesen. Zu den Chemikalien gehören gängige Antibiotika...

Eine neue Studie hat in den Küstengewässern vor Dschibuti, einem kleinen Land am Horn von Afrika, eine Mischung aus 13 verschiedenen pharmazeutischen Verbindungen nachgewiesen. Zu den Chemikalien gehören gängige Antibiotika, Schmerzmittel und andere Medikamente, die in die Meeresumwelt gelangt sind. Forscher sagen, die Ergebnisse deuten auf eine weitgehend übersehene Form der Verschmutzung in der Region hin.

Woher die Medikamente kamen und wie sie ins Meer gelangten

Wissenschaftler der Universität Dschibuti und anderer Einrichtungen sammelten 2024 Wasserproben von sieben Standorten entlang der Küste des Landes. Sie testeten auf 27 verschiedene pharmazeutische Verbindungen und fanden 13 davon. Am häufigsten waren Sulfamethoxazol, ein Antibiotikum, und Paracetamol, ein Schmerzmittel. Andere umfassten Koffein, das kein Arzneimittel, sondern ein Stimulans ist, und Carbamazepin, ein Medikament gegen Epilepsie und bipolare Störungen.

Das Team führte die wahrscheinliche Quelle auf unbehandeltes Abwasser zurück. Dschibutis Hauptstadt Dschibuti-Stadt verfügt über keine zentrale Abwasserbehandlung, und ein Großteil des Abwassers fließt direkt ins Meer. Die Forscher stellten auch fest, dass nahegelegene Krankenhäuser und Kliniken das Problem möglicherweise verschärfen, indem sie ungenutzte oder abgelaufene Medikamente unsachgemäß entsorgen. Regenwasserabflüsse aus städtischen Gebieten spülen wahrscheinlich zusätzliche Medikamente ins Meer.

Warum lokale Fischer und Anwohner besorgt sind

Dschibutis Küstengewässer unterstützen eine kleine, aber wichtige Fischereiindustrie, die vielen Familien Nahrung und Einkommen bietet. Lokale Fischer berichten in den letzten Jahren von Veränderungen im Verhalten und der Gesundheit der Fische, obwohl kein direkter Zusammenhang mit den Arzneimitteln bestätigt wurde. Die Autoren der Studie warnen, dass selbst geringe Mengen an Antibiotika im Wasser das Wachstum von arzneimittelresistenten Bakterien fördern können, was sowohl Meereslebewesen als auch Menschen, die Meeresfrüchte essen, betreffen könnte.

Auch die Bewohner von Dschibuti-Stadt sind für Erholung und traditionelle Praktiken auf die Küste angewiesen. Das Vorhandensein von Arzneimitteln im Wasser wirft Fragen zur Langzeitexposition von Schwimmern und denen, die Schalentiere sammeln, auf. Die Forscher betonten, dass dies die erste umfassende Untersuchung der Arzneimittelverschmutzung in Dschibutis Meeresumwelt ist, sodass nun Basisdaten für zukünftige Überwachungen zur Verfügung stehen.

Ein stilles Problem, das Aufmerksamkeit erfordert

Die im Fachjournal Marine Pollution Bulletin veröffentlichte Studie beleuchtet ein globales Problem, das oft unsichtbar ist. Arzneimittelverschmutzung wurde in vielen Ländern dokumentiert, aber Daten aus Ostafrika bleiben rar. Dschibutis Fall ist bemerkenswert, weil die Kontamination fast ausschließlich von lokalen Quellen zu stammen scheint, nicht von industriellen Abwässern oder Schiffsverkehr.

Die an der Forschung beteiligten Wissenschaftler forderten eine bessere Abfallentsorgungsinfrastruktur und öffentliche Aufklärungskampagnen zur ordnungsgemäßen Entsorgung von Medikamenten. Sie empfahlen auch regelmäßige Tests der Küstengewässer, um Veränderungen im Laufe der Zeit zu verfolgen. Ohne Maßnahmen könnte der Chemiecocktail in Dschibutis Meer mit dem Bevölkerungswachstum der Stadt noch konzentrierter werden.

Quelle: Mongabay

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