Braune Skuas und Riesensturmvögel sind Seevögel, die für den offenen Ozean gemacht sind. Sie verbringen fast ihr gesamtes Leben auf See und kommen fast nie an Land. Als mehrere von ihnen tot an Stränden in Westaustralien auftauchten, wussten Wissenschaftler, dass etwas zutiefst falsch war.
Tests bestätigten die Ursache: H5N1-Vogelgrippe. Die Entdeckung markiert das erste Mal, dass dieser hochpathogene Stamm bei Wildvögeln auf dem australischen Festland gefunden wurde.
Zwei Seevogelarten, die Land um jeden Preis meiden
Braune Skuas sind aggressive Räuber, die Aas fressen und anderen Vögeln Nahrung stehlen. Riesensturmvögel gehören zu den größten Seevögeln im Südlichen Ozean, mit Flügelspannweiten von über zwei Metern. Beide Arten sind für ein Leben im Flug gebaut und kommen normalerweise nur zur Brut auf abgelegene subantarktische Inseln an Land.
Sie tot an Stränden in Westaustralien zu finden, war eine rote Flagge für Wildtiergesundheitsbeamte. Diese Vögel wandern nicht ins Landesinnere. Ihre Anwesenheit an der Küste, tot, signalisierte, dass das Virus eine neue Grenze erreicht hatte.
Wie das Virus Australien erreichte und was es für Wildtiere bedeutet
Die infizierten Vögel wurden in der Nähe der Stadt Denmark entdeckt, etwa 400 Kilometer südlich von Perth. Proben wurden von lokalen Wildtierbehörden gesammelt und zur Testung an ein Labor geschickt. Die Ergebnisse kamen positiv für H5N1 zurück, denselben Stamm, der in den letzten Jahren Millionen von Wildvögeln und Geflügel weltweit getötet hat.
Australien war einer der letzten Kontinente, der frei von dem Virus bei Wildvögeln geblieben war. Das änderte sich mit diesen Funden. Wissenschaftler hatten die Ausbreitung von H5N1 über Asien und nach Ozeanien mit Sorge beobachtet. Die Ankunft in Westaustralien bestätigt, dass das Virus nun die Wildvogelpopulationen des Landes erreicht hat.
Für die lokalen Gemeinschaften ist die Entdeckung beunruhigend. Denmark ist eine Küstenstadt, die auf Tourismus und ihre natürliche Umgebung angewiesen ist. Anwohner und Besucher werden aufgefordert, den Umgang mit kranken oder toten Vögeln zu vermeiden und Sichtungen den Behörden zu melden.
Ein leiser Alarm für Naturschützer
Wildtierbeamte sind nun auf der Hut vor weiteren Fällen. Der in diesen Seevögeln gefundene H5N1-Stamm ist bekanntermaßen hoch tödlich für Vögel und hat auch Säugetiere in anderen Teilen der Welt infiziert. Während das Risiko für Menschen gering bleibt, stellt das Virus eine ernsthafte Bedrohung für gefährdete Vogelarten dar, insbesondere solche mit kleinen Populationen.
Braune Skuas und Riesensturmvögel sind nicht die einzigen Vögel, die gefährdet sind. Das Virus könnte sich auf andere Seevögel, Watvögel und Wasservögel entlang der australischen Küste ausbreiten. Naturschutzgruppen beobachten die Lage genau und hoffen, dass der Ausbruch eingedämmt bleibt.
Das Auftauchen dieser beiden Ozeanwanderer an einem Strand in Westaustralien war nicht nur ein seltsames Ereignis. Es war eine Warnung, dass die zerstörerischste Vogelgrippe der Welt an einem Ort angekommen ist, der bislang verschont geblieben war.