Die Südliche Bogenflügelfledermaus, in Australien bereits als gefährdet eingestuft, verlor innerhalb eines Jahres bis zu 16 Prozent ihrer Population. Und die Wissenschaftler haben keine Ahnung, warum. Dieser starke Rückgang wurde bei der jährlichen Zählung in den einzigen bekannten Brutstätten der Art im Südosten Australiens festgestellt. Die Fledermäuse waren bereits in Schwierigkeiten. Jetzt ist die Situation dringlicher und rätselhafter geworden. Eine Kolonie, die die Zukunft der Art in sich trägt. Die gesamte Weltpopulation der Südlichen Bogenflügelfledermäuse versammelt sich in nur zwei Kalksteinhöhlen in South Australia und Victoria. Eine dieser Höhlen, Naracoorte, verzeichnete einen Rückgang um 16 Prozent. Die andere, Warmambool, sank um 10 Prozent. Zusammen sind diese Höhlen die einzigen Orte, an denen die Fledermäuse brüten. Wenn dort etwas schiefgeht, hat die Art keine Alternative. Örtliche Naturschützer und Parkranger überwachen diese Kolonien seit Jahren. Sie erwarteten einen langsamen Rückgang aufgrund von Lebensraumverlust und Klimadruck. Sie rechneten nicht mit einem plötzlichen, unerklärlichen Einbruch. Was Forscher wissen und was nicht. Wissenschaftler der australischen Regierung und von Universitäten haben offensichtliche Ursachen ausgeschlossen. Es gab keine extremen Wetterereignisse in der Nähe der Höhlen während des Zeitraums. Es wurde kein bekannter Krankheitsausbruch festgestellt. Die Höhlen selbst sind intakt und ungestört. Die Fledermäuse kamen einfach nicht in den gleichen Zahlen zurück. Eine Theorie besagt, dass Veränderungen in der Verfügbarkeit von Insekten die Nahrungsversorgung der Fledermäuse beeinträchtigt haben könnten. Eine andere ist, dass die Fledermäuse möglicherweise in einen neuen, unentdeckten Schlafplatz umgezogen sind. Aber bisher gibt es keine Beweise, die eine der beiden Ideen stützen. Das Team plant, die Überwachung auszuweiten und auf Krankheitserreger zu testen, aber Antworten könnten Jahre dauern. Warum die Einheimischen aufmerksam sind. Für die Menschen in der Region sind diese Fledermäuse nicht nur eine wissenschaftliche Kuriosität. Sie fressen enorme Mengen an landwirtschaftlichen Schädlingen und sparen den Bauern Geld für Pestizide. Eine gesunde Fledermauspopulation bedeutet weniger Ernteschädlinge. Eine schrumpfende könnte mehr Chemikalien auf dem Land bedeuten. Die lokalen Gemeinschaften haben sich auch an das nächtliche Erscheinen von Tausenden von Fledermäusen aus den Höhlen gewöhnt. Es ist ein Naturschauspiel, das Touristen und Schulklassen anzieht. Die Stille einer kleineren Kolonie ist beunruhigend. Eine Warnung ohne klare Ursache. Der Rückgang der Südlichen Bogenflügelfledermaus ist eine Erinnerung daran, dass sich die Natur schneller ändern kann, als die Wissenschaft es erklären kann. Ohne die Ursache zu kennen, können Naturschützer keine Lösung entwickeln. Sie können nur zusehen und warten und jedes Jahr weniger Fledermäuse zählen. Das Rätsel selbst ist der beunruhigendste Teil.
Rätselhafter 16-Prozent-Rückgang bei Australiens bedrohten Fledermäusen verblüfft Forscher
Die Südliche Bogenflügelfledermaus, in Australien bereits als gefährdet eingestuft, verlor innerhalb eines Jahres bis zu 16 Prozent ihrer Population. Und die Wissenschaftler haben keine Ahnung, warum. Dieser starke Rückgang wurde...
Quelle:
The Guardian World