Tausende abgemagerte Seevögel stranden an Kaliforniens Küsten, getötet von einer Meereshitzewelle, die das Nahrungsnetz im Ozean gestört hat. Wissenschaftler warnen nun, dass ein bevorstehender El Niño das Sterben auf katastrophale Ausmaße verschlimmern könnte.
Ein wärmerer Ozean lässt die Vögel verhungern
Das Sterben betrifft hauptsächlich Trottellummen, schwarz-weiße Seevögel, die fliegenden Pinguinen ähneln. Diese Vögel sind auf kleine Fische wie Sardellen und Sardinen angewiesen. Wenn die Meerestemperaturen steigen, ziehen diese Fische in tiefere, kühlere Gewässer oder werden knapp. Die Lummen finden nicht genug Nahrung und verhungern.
Stranderhebungsteams in San Diego fanden im Mai 2026 Hunderte tote oder sterbende Vögel. Viele waren stark untergewichtig. Die Meereshitzewelle begann Ende 2025 und hält an, wodurch ein Band warmen Wassers entlang der kalifornischen Küste entstanden ist.
El Niño droht die Lage zu verschlimmern
Prognostiker sagen voraus, dass sich später in diesem Jahr ein El Niño Muster im Pazifik entwickeln könnte. El Niño bringt typischerweise noch wärmere Meerestemperaturen in den östlichen Pazifik. Wenn das passiert, könnte sich die Nahrungsknappheit für Seevögel verschärfen.
Forscher des California Current Ecosystem Monitoring Program verfolgen das Ereignis. Sie sagen, dass die Kombination aus einer bestehenden Hitzewelle und einem möglichen El Niño in jüngster Zeit beispiellos ist. Das letzte große Seevogelsterben in Kalifornien ereignete sich während der Meereshitzewelle 2014 2016, bekannt als der Blob, die schätzungsweise eine Million Trottellummen tötete.
Warum lokale Gemeinschaften aufmerksam sind
Für Menschen, die entlang der kalifornischen Küste leben, sind Seevögel ein sichtbares Zeichen für die Gesundheit des Ozeans. Wenn Lummen tot an beliebten Stränden wie denen in der Nähe des Scripps Pier angespült werden, löst das öffentliche Besorgnis aus. Lokale Wildtierrettungsgruppen wurden mit Anrufen über kranke Vögel überhäuft.
Auch Fischer beobachten diese Ereignisse genau. Dasselbe warme Wasser, das Fische von Seevögeln wegtreibt, kann kommerziell wertvolle Arten wie Tintenfisch und Lachs verschieben. Eine anhaltende Hitzewelle betrifft sowohl die Tierwelt als auch die Lebensgrundlagen.
Das Sterben ist nicht nur ein kalifornisches Problem. Trottellummen reichen von Alaska bis Baja California. Was in einem Teil ihres Verbreitungsgebiets passiert, kann breitere Veränderungen im Pazifischen Ozean signalisieren.
Eine stille Warnung aus dem Meer
Meereshitzewellen werden häufiger und dauern länger an. Das aktuelle Ereignis vor Kalifornien erinnert daran, dass die Erwärmung der Ozeane sofortige, sichtbare Folgen hat. Seevögel sterben, weil das Wasser für ihre Beute zu warm ist. Wenn El Niño wie vorhergesagt eintrifft, wird die Zahl der Todesfälle mit ziemlicher Sicherheit steigen. Niemand weiß, wie viele Vögel der Ozean verlieren kann, bevor sich die Population nicht mehr erholen kann.