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Nigeria: Wilder Pilz erstmals auf landwirtschaftlichen Abfällen gezüchtet

Ein wilder Pilz, der normalerweise nur in Wäldern vorkommt, wurde in Nigeria erstmals auf landwirtschaftlichen Reststoffen angebaut. Forscher der Federal University of Technology Akure haben Lentinus squarrosulus, eine essbare...

Ein wilder Pilz, der normalerweise nur in Wäldern vorkommt, wurde in Nigeria erstmals auf landwirtschaftlichen Reststoffen angebaut. Forscher der Federal University of Technology Akure haben Lentinus squarrosulus, eine essbare Wildart, erfolgreich auf Sägemehl und Kakaoschalen kultiviert. Der Durchbruch könnte landwirtschaftliche Abfälle in eine verlässliche Nahrungs- und Einkommensquelle verwandeln.

Ein Waldpilz findet ein neues Zuhause in Sägemehl und Kakaoschalen

Lentinus squarrosulus ist ein Pilz, den Nigerianer seit jeher in der Wildnis sammeln. Er wird wegen seines Geschmacks und Nährwerts geschätzt, aber sein saisonales und unberechenbares Wachstum macht ihn schwer zu finden. Wissenschaftler wollten herausfinden, ob sie ihn außerhalb des Waldes anbauen können, und zwar mit Materialien, die Landwirte im Überfluss haben.

Sie mischten Sägemehl mit Kakaoschalen, einem häufigen Abfallprodukt des Kakaoanbaus. Die Mischung wurde sterilisiert, mit Pilzbrut beimpft und in einer kontrollierten Umgebung gehalten. Innerhalb weniger Wochen fruchteten die Pilze erfolgreich. Das Experiment zeigte, dass die Art ohne Abhängigkeit von Waldbäumen kultiviert werden kann.

Warum lokale Bauern und Familien profitieren

Nigeria produziert große Mengen landwirtschaftlicher Abfälle, von denen vieles verbrannt oder verrottet. Allein Kakaoschalen fallen in den Kakaoanbaugebieten des Landes in riesigen Mengen an. Sie zur Pilzzucht zu nutzen, bietet eine kostengünstige Möglichkeit, proteinreiche Lebensmittel herzustellen.

Die Forscher stellten fest, dass die Pilze gut auf dem Abfallsubstrat wuchsen und keine spezielle Ausrüstung benötigten. Für ländliche Gemeinden bedeutet dies eine potenzielle neue Nahrungsquelle und ein Produkt, das sie auf lokalen Märkten verkaufen können. Die Methode reduziert zudem Abfall und den Druck auf wilde Pilzpopulationen.

Was das Experiment über das Potenzial des Pilzes verriet

Die Studie wurde von Forschern der Abteilung für Biologie der Federal University of Technology Akure geleitet. Sie dokumentierten den gesamten Kultivierungsprozess, von der Substratvorbereitung bis zur Ernte. Die Pilze erreichten in etwa 30 Tagen die volle Reife, ein relativ kurzer Zyklus, der mehrere Ernten ermöglicht.

Substrate auf Basis von Kakaoschalen schnitten besonders gut ab und produzierten Pilze mit guter Größe und Ausbeute. Die Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass diese Methode für den Kleinanbau und möglicherweise auch für die kommerzielle Produktion geeignet ist. Sie forderten weitere Forschung, um den Prozess zu optimieren und andere Arten landwirtschaftlicher Abfälle zu testen.

Diese Arbeit ist wichtig, weil sie zwei drängende Bedürfnisse in Nigeria verbindet: die Bewirtschaftung von landwirtschaftlichen Abfällen und die Suche nach verlässlichen Nahrungsquellen. Indem sie einen wilden Pilz in eine Kulturpflanze verwandelten, haben Forscher gezeigt, dass Lösungen aus den unerwartetsten Orten kommen können, einschließlich der Überreste einer Kakaobohnenernte.

Quelle: Mongabay

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