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39 Süßstoffe getestet: Viele stören Darmbakterien, besonders mit Antidepressiva

Ein in Lebensmitteln und Getränken verwendeter Süßstoff reduzierte laut einer Laborstudie der University of Cambridge im Vereinigten Königreich das Wachstum nützlicher Darmbakterien stark, wenn er mit einem gängigen...

Ein in Lebensmitteln und Getränken verwendeter Süßstoff reduzierte laut einer Laborstudie der University of Cambridge im Vereinigten Königreich das Wachstum nützlicher Darmbakterien stark, wenn er mit einem gängigen Antidepressivum kombiniert wurde. Wissenschaftler testeten 39 Süßstoffe und fanden mehr als 100 Fälle, in denen sich diese Verbindungen anders verhielten, wenn sie mit Medikamenten, Koffein oder Aromen gemischt wurden. Die stärkste Wirkung zeigte die Kombination von Isosteviol mit dem Antidepressivum Duloxetin.

Isosteviol plus Duloxetin traf zwei wichtige Bakterienarten

Die Kombination aus Isosteviol, einem von der Lebensmittel- und Getränkeindustrie verwendeten Süßstoff, und Duloxetin reduzierte das Wachstum zweier Bakterienarten, die für die Verdauungsgesundheit, die Blutzuckerregulation und die Immunfunktion wichtig sind. Die Studie fand auch heraus, dass viele häufig verwendete Süßstoffe allein das Wachstum von Darmbakterien direkt verändern können. Die Forscher identifizierten mehr als 100 Fälle, in denen Süßstoffe unerwartet mit anderen Substanzen interagierten.

Süßstoffe stecken in Softdrinks, Snacks und sogar Medikamenten

Süßstoffe sind in unzähligen Alltagsprodukten enthalten, darunter Softdrinks, Süßigkeiten, Desserts, Frühstückscerealien, Snacks und einige Medikamente. Sie werden oft als Alternativen beworben, die Süße mit weniger Zucker oder weniger Kalorien bieten. Immer mehr Belege bringen den Konsum von Süßstoffen jedoch mit Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Fettleibigkeit und Krebs in Verbindung. Diese Zusammenhänge beweisen nicht, dass Süßstoffe diese Krankheiten direkt verursachen, und Forscher arbeiten noch daran, die biologischen Prozesse zu verstehen, die die Verbindungen erklären könnten. Ein möglicher Faktor ist das Darmmikrobiom, die Gemeinschaft von Bakterien und anderen Mikroorganismen im Verdauungssystem. Diese Mikroben helfen beim Abbau von Nahrung, produzieren nützliche Verbindungen, trainieren das Immunsystem und beeinflussen den Stoffwechsel. Veränderungen in der Anzahl oder dem Gleichgewicht dieser Organismen können die Gesundheit im ganzen Körper beeinträchtigen.

Laborergebnisse brauchen Bestätigung unter realen Bedingungen

Die Studie wurde in Molecular Systems Biology veröffentlicht. Die Wissenschaftler warnen, dass die Experimente im Labor und nicht an Menschen durchgeführt wurden. Es wird daher weitere Forschung nötig sein, um festzustellen, ob die bakteriellen Veränderungen unter realen Bedingungen zu gesundheitlichen Auswirkungen führen. Die Ergebnisse reihen sich in eine wachsende Zahl von Belegen ein, dass Süßstoffe den Körper möglicherweise nicht einfach unschädlich passieren, besonders wenn sie zusammen mit Medikamenten oder Lebensmittelzusatzstoffen konsumiert werden.

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