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Tiefseeschnecken und Wüstenfrösche: Überleben ist kein Schutz vor Zerstörung

Zwei Drittel der Molluskenarten, die nur an Tiefsee-Hydrothermalquellen leben, sind jetzt vom Aussterben bedroht. Diese Schnecken, Napfschnecken und Muscheln haben sich entwickelt, um in erdrückenden Tiefen und Wassertemperaturen...

Zwei Drittel der Molluskenarten, die nur an Tiefsee-Hydrothermalquellen leben, sind jetzt vom Aussterben bedroht. Diese Schnecken, Napfschnecken und Muscheln haben sich entwickelt, um in erdrückenden Tiefen und Wassertemperaturen von bis zu 450 °C zu überleben. Doch ihre bemerkenswerten Anpassungen sind der Bedrohung durch den Tiefseebergbau nicht gewachsen.

Wüstenfrösche und Quellenschnecken kommen zur Roten Liste hinzu

Die diesjährige Aktualisierung der Roten Liste gefährdeter Arten, veröffentlicht von der International Union for Conservation of Nature, fügt Wüstenfrösche und diese Tiefsee-Mollusken ihrem wachsenden Katalog bedrohter Lebensformen hinzu. Die Bewertung ergab, dass Hunderte von Molluskenarten, die nirgendwo sonst auf der Erde vorkommen, jetzt verletzlich, gefährdet oder stark gefährdet sind.

Wie Bergbau das Leben am Meeresboden bedroht

Hydrothermalquellen sind Spalten am Meeresboden, die stark erhitztes, mineralreiches Wasser ausstoßen. Bergbauunternehmen zielen auf dieselben Mineralien ab, um Metalle für Elektronik und Batterien zu gewinnen. Die dort lebenden Mollusken haben keine Möglichkeit zu entkommen, wenn ihr Lebensraum abgeschabt wird. Die Bewertung der Roten Liste kam zu dem Schluss, dass der Tiefseebergbau der Haupttreiber ist, der diese Arten in Richtung Aussterben drängt.

Warum lokale Gemeinschaften und Wissenschaftler alarmiert sind

Wissenschaftler im Vereinigten Königreich und auf der ganzen Welt verfolgen den Rückgang dieser Arten seit Jahren. Die Rote Liste dient als globales Warnsystem für den Verlust der Biodiversität. Für Forscher, die untersuchen, wie Leben in extremen Umgebungen überdauert, bedeutet der Verlust dieser Quellengemeinschaften den Verlust einer lebendigen Bibliothek evolutionärer Einfallsreichtum. Auch lokale Fischereigemeinschaften und Naturschutzgruppen haben Bedenken hinsichtlich der breiteren Auswirkungen des Bergbaus auf die Meeresökosysteme geäußert.

Das Leben hat jeden Winkel des Planeten besiedelt, indem es geniale Überlebensstrategien entwickelt hat. Doch wie die diesjährige Rote Liste deutlich macht, werden diese Strategien zunehmend von zerstörerischen menschlichen Aktivitäten überwältigt. Die Liste schreibt keine Lösungen vor. Sie dokumentiert lediglich, was verloren geht.

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