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🇮🇶 Irak Wilde Entdeckungen 2 min

Drei unbekannte assyrische Könige in alten Texten entdeckt

Fast ein Jahrhundert lang galt die Assyrische Königsliste als das maßgebliche Verzeichnis darüber, wer das Reich regierte und wann. Nun haben zwei Forscher entdeckt, dass die Liste drei Herrscher komplett ausgelassen hat. Eine...

Fast ein Jahrhundert lang galt die Assyrische Königsliste als das maßgebliche Verzeichnis darüber, wer das Reich regierte und wann. Nun haben zwei Forscher entdeckt, dass die Liste drei Herrscher komplett ausgelassen hat.

Eine neue Studie im Journal of Cuneiform Studies mit dem Titel „Three New Kings of Assyria“ argumentiert, dass die offizielle Liste weder vollständig noch so objektiv ist, wie Historiker einst glaubten. Die Forscher Alexander Johannes Edmonds und Eckart Frahm rekonstruierten die Identitäten von drei zuvor unbekannten assyrischen Königen anhand anderer alter Belege. Ihre Arbeit deutet darauf hin, dass die frühe neuassyrische politische Geschichte weit turbulenter und komplexer war, als die Königsliste vermuten lässt.

Fehlende Herrscher, unordentliche Politik

Die Assyrische Königsliste wurde Jahrhunderte nach den Ereignissen verfasst, die sie aufzeichnet. Sie präsentiert eine saubere, lineare Abfolge von Herrschern. Doch Edmonds und Frahm fanden heraus, dass die Liste drei Könige übersprungen hat, die tatsächlich während der frühen neuassyrischen Zeit regierten. Diese Herrscher waren keine unbedeutenden Figuren. Sie tauchen in anderen Keilschrifttexten auf, darunter Wirtschaftsaufzeichnungen und königliche Inschriften, die die Verfasser der Königsliste entweder ignorierten oder auf die sie keinen Zugriff hatten.

Die Forscher nennen die drei Könige in der öffentlichen Zusammenfassung nicht, stellen aber fest, dass die Auslassungen nicht zufällig waren. Die Königsliste, so argumentieren sie, wurde von politischen Agenden geprägt. Spätere Herrscher könnten diese Könige entfernt haben, um ihre eigenen Dynastien zu legitimieren oder eine sauberere Version der Vergangenheit zu präsentieren.

Was das für die Geschichte des Irak bedeutet

Das Assyrische Reich hatte sein Zentrum im heutigen Nordirak. Seine Hauptstädte, darunter Ninive und Assur, werden seit über einem Jahrhundert ausgegraben. Lokale Historiker und Archäologen im Irak haben sich lange auf die Königsliste als Rückgrat für das Verständnis der antiken Vergangenheit der Region gestützt. Die Entdeckung, dass die Liste unvollständig ist, verändert das Verständnis der Wissenschaftler für die Machtkämpfe und Nachfolgekrisen, die das Reich prägten.

Für die lokale Bevölkerung ist dies nicht nur eine akademische Angelegenheit. Das assyrische Erbe ist eine Quelle nationalen Stolzes und Identität im Irak. Die Erkenntnis, dass die historische Aufzeichnung bewusst bearbeitet wurde, fügt eine neue Ebene hinzu, wie Iraker und die breitere Welt das Vermächtnis des Reiches betrachten.

Eine interessantere, unordentlichere Vergangenheit

Edmonds und Frahm kommen zu dem Schluss, dass „die frühe neuassyrische politische Geschichte viel unordentlicher, aber auch interessanter war, als bisher anerkannt wurde.“ Die drei neuen Könige füllen Lücken im Zeitstrahl und zeigen, dass das Reich Phasen der Instabilität und umstrittener Herrschaft erlebte, die die offizielle Liste beschönigt.

Die Studie behauptet nicht, eine vollständige alternative Geschichte gefunden zu haben. Sie zeigt lediglich, dass die Königsliste, lange als zuverlässige Quelle behandelt, ein politisches Dokument mit eigenen Vorurteilen ist. Für Historiker eröffnet die Entdeckung die Tür, andere antike Königslisten mit frischer Skepsis zu überprüfen.

Die drei Könige mögen aus der offiziellen Aufzeichnung getilgt worden sein, aber sie sind nicht länger vergessen.

Quelle: Phys.org

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