Die Europäische Weltraumorganisation und die japanische Raumfahrtbehörde JAXA haben einen Vertrag zur Zusammenarbeit bei der Planetenverteidigung unterzeichnet, einschließlich einer gemeinsamen Mission zum Asteroiden Apophis. Die Vereinbarungen wurden am 7. Mai in Berlin, Deutschland, in der italienischen Botschaft unterzeichnet, wobei die italienische Weltraumorganisation Gastgeber war. Die ESA wählte OHB Italia als Hauptauftragnehmer für die Ramses-Mission aus.
Zwei Agenturen, ein Asteroid, ein gemeinsames Gefühl der Dringlichkeit
Von einer gemeinsamen Erklärung zu einer konkreten Mission
Die Rapid Apophis Mission for Space Safety, kurz Ramses, wird den erdnahen Asteroiden Apophis anvisieren. Die beiden Agenturen unterzeichneten eine Absichtserklärung zur Vertiefung ihrer gesamten Zusammenarbeit bei der Planetenverteidigung sowie eine spezielle Vereinbarung speziell für Ramses. ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher und JAXA-Präsident Hiroshi Yamakawa unterzeichneten die Dokumente. Der Schritt folgt auf eine gemeinsame Erklärung vom November 2024, in der sich beide Agenturen verpflichteten, die groß angelegte Zusammenarbeit, auch bei der Planetenverteidigung, auszubauen.
Warum Planetenverteidigung lokal und global wichtig ist
Planetenverteidigung ist eine Herausforderung, die jeden Menschen und jedes Lebewesen auf der Erde betrifft. Sie bringt die internationale Gemeinschaft zusammen, um erdnahe Objekte frühzeitig zu erkennen und zu charakterisieren, ihre Flugbahnen zu verfolgen, Einschlagsrisiken zu bewerten und bei Bedarf Abwehrstrategien zu entwickeln. Die ESA spielt durch ihr Space Safety Programm eine führende Rolle. Das Near-Earth Object Coordination Centre der Agentur überwacht Asteroidenbedrohungen und verfeinert Umlaufbahnvorhersagen, während ihre Raumfahrtmissionen schnelle Aufklärung und Ablenkungstechnologien überwachen. Die ESA-Mission Hera, bei der JAXA ein wichtiger Partner ist, wird später in diesem Jahr am Didymos-Doppelasteroidensystem eintreffen.
Aschbacher sagte, Planetenverteidigung sei eine globale Verantwortung. Mit den Unterschriften bewegen sich ESA und JAXA von der gemeinsamen Absicht zur konkreten Umsetzung und übersetzen das Engagement in eine Zusammenarbeit auf Missionsebene. Yamakawa sagte, die Zusammenarbeit werde die internationalen Bemühungen in diesem Bereich weiter voranbringen.
Die Vereinbarungen signalisieren einen Wandel von der Planung zur Tat zwischen zwei der großen Weltraumagenturen der Welt. Die Ramses-Mission zu Apophis hat nun einen formellen Rahmen für die gemeinsame Arbeit, wobei beide Seiten Ressourcen und Fachwissen für ein gemeinsames Ziel bereitstellen.