Astronomen, die das Hubble-Weltraumteleskop der NASA nutzen, haben einen massiven, zehnseitigen Sturm entdeckt, der den Südpol des Saturn umkreist, eine Form, die auf dem Gasriesen noch nie gesehen wurde. Die Entdeckung, die 2026 bekannt gegeben wurde, verleiht unserem Verständnis der turbulenten Atmosphäre des Planeten eine neue Wendung.
Ein Sturm mit seltsamer Form
Der Sturm, der sich über etwa 11.000 Kilometer erstreckt, ist ein Jetstream, der auf Bildern, die Hubble am 29. August 2025 aufgenommen hat, als Polygon erscheint. Während der Saturn für seinen sechsseitigen Jetstream am Nordpol bekannt ist, hat dieses neue Merkmal am Südpol zehn Seiten, was es zu einem Zehneck macht. Der Sturm befindet sich in einer Region, in der Winde mit Geschwindigkeiten von bis zu 530 Kilometern pro Stunde wehen.
Warum Wissenschaftler überrascht sind
Der Nordpol des Saturn hat ein seit langem untersuchtes Sechseck, ein Muster, das seit Jahrzehnten besteht. Aber der Südpol galt als ruhiger. Das neue Zehneck ist nicht nur unerwartet, sondern scheint auch eine relativ junge Entwicklung zu sein. Hubble-Bilder aus dem Jahr 2020 zeigten kein solches Merkmal, was bedeutet, dass sich der Sturm wahrscheinlich in den letzten Jahren gebildet hat.
Was das für den Saturn bedeutet
Die Entdeckung wurde von einem Team unter der Leitung der Planetenwissenschaftlerin Amy Simon vom Goddard Space Flight Center der NASA in den USA gemacht. Sie analysierten Hubbles hochauflösende Bilder und bemerkten die deutliche zehnseitige Form. Es wird angenommen, dass der Sturm eine Folge der inneren Wärme und Rotation des Saturn ist, die diese geometrischen Muster in seiner Atmosphäre erzeugen können. Für Wissenschaftler ist dies eine seltene Gelegenheit, die Entwicklung eines neuen Sturmsystems auf einem Riesenplaneten zu beobachten, was Hinweise darauf gibt, wie solche Muster entstehen und sich im Laufe der Zeit verändern.
Der Fund ist bedeutend, weil er zeigt, dass die Atmosphäre des Saturn dynamischer ist als bisher angenommen. Die Existenz eines Zehnecks am Südpol, wo zuvor keins gesehen wurde, deutet darauf hin, dass sich die Wettersysteme des Planeten dramatisch verändern können. Während Hubble den Saturn weiterhin beobachtet, hoffen die Forscher zu erfahren, ob dieser neue Sturm bestehen bleibt oder schließlich verschwindet, ähnlich wie das Sechseck am Nordpol seit Jahrzehnten besteht.