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🇯🇵 Japan Wilde Entdeckungen 3 min

Mercury-Sonde nähert sich Ende ihrer zehnjährigen Reise

Eine vor fast einem Jahrzehnt gestartete Sonde nähert sich endlich dem Merkur, dem kleinsten und am wenigsten erforschten Planeten des Sonnensystems. Die Mission BepiColombo, ein gemeinsames Projekt der Europäischen...

Eine vor fast einem Jahrzehnt gestartete Sonde nähert sich endlich dem Merkur, dem kleinsten und am wenigsten erforschten Planeten des Sonnensystems. Die Mission BepiColombo, ein gemeinsames Projekt der Europäischen Weltraumorganisation und der japanischen Raumfahrtagentur JAXA, befindet sich auf ihrem letzten Anflug nach einer 9 Milliarden Kilometer langen Reise, die mehrere Vorbeiflüge an Erde, Venus und Merkur selbst umfasste. Die Missionskontrolleure haben den bevorstehenden Orbitaleintritt als „brillanten Moment“ bezeichnet, nach Jahren der Geduld und präzisen Flugmanöver.

Ein Jahrzehnt voller Umwege und Gravitationsmanöver

BepiColombo verließ die Erde im Oktober 2018, hat aber keinen direkten Weg zum Merkur genommen. Die Sonde hat neun planetare Vorbeiflüge genutzt, um abzubremsen und ihre Flugbahn anzupassen, da die Nähe des Merkurs zur Sonne ihn notorisch schwer erreichbar macht. Die Sonde hat bereits während dieser nahen Vorbeiflüge beeindruckende Bilder der kraterübersäten Oberfläche des Planeten zur Erde geschickt und den Wissenschaftlern damit den ersten frischen Blick auf den Merkur seit Jahrzehnten ermöglicht.

Die Mission ist nach Giuseppe Colombo benannt, dem italienischen Mathematiker, der als erster die Rotationsresonanz des Merkurs mit der Sonne erklärte. BepiColombo besteht eigentlich aus zwei Orbitern in einem: dem Mercury Planetary Orbiter und dem Mercury Magnetospheric Orbiter, die beide dazu entwickelt wurden, den Planeten aus komplementären Blickwinkeln zu untersuchen, sobald sie sich im Orbit trennen.

Was passiert, wenn die Sonde ankommt

Im Dezember 2025 soll die Sonde ihre Triebwerke zünden, um in die Umlaufbahn des Merkurs einzutreten – ein Manöver, das ihre lange Reisephase beendet und die primäre Wissenschaftsmission einleitet. Einmal im Orbit, werden die beiden Sonden das Magnetfeld des Merkurs, seine dünne Exosphäre und die mysteriöse Zusammensetzung seiner Oberfläche untersuchen, die reich an flüchtigen Elementen ist, die so nahe an der Sonne eigentlich nicht überleben dürften.

Für die Wissenschaftler und Ingenieure, die seit über zwei Jahrzehnten an BepiColombo arbeiten, ist die Ankunft die Belohnung für jahrelanges Warten. Die Mission hat bereits technische Pannen überstanden, darunter ein Antriebsproblem, das die Kontrolleure zwang, mit alternativen Triebwerkseinstellungen zu improvisieren. Trotz dieser Hürden bleibt die Sonde auf Kurs für ihr historisches Rendezvous.

Warum das für die Menschen auf der Erde wichtig ist

Der Merkur ist eine Welt der Extreme, mit Tagestemperaturen, die heiß genug sind, um Blei zu schmelzen, und Nachttemperaturen, die kalt genug sind, um Stickstoff einzufrieren. Zu verstehen, wie ein solcher Planet entstanden ist und sich entwickelt hat, kann Hinweise auf das frühe Sonnensystem geben, einschließlich der Frage, wie Gesteinsplaneten wie die Erde entstanden sind. Für Japan, das wichtige Instrumente und Fachwissen zur Mission beigetragen hat, ist die Ankunft ein Punkt des nationalen Stolzes in seinem wachsenden Portfolio an Tiefraummissionen.

Der Orbitaleintritt wird ein angespannter Moment sein, aber das Missionsteam hat sich auf jedes Szenario vorbereitet. Wenn alles gut geht, wird BepiColombo erst die zweite Sonde sein, die jemals den Merkur umkreist, nach der NASA-Sonde Messenger, die ihre Mission 2015 beendete. Die Daten, die sie während ihrer geplanten zweijährigen Mission sammelt, könnten Lehrbücher über Planetenwissenschaft neu schreiben.

Während die Sonde ihren letzten Anflug macht, wird die Welt auf eine Reise blicken, die mit einem Start in Französisch-Guayana begann und mit einem zarten Tanz um eine versengte, kraterübersäte Welt enden wird. Das Jahrzehnt des Wartens ist fast vorbei, und die Belohnung verspricht außergewöhnlich zu werden.

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