Eine NASA-Raumsonde, die auf einen seltenen Metallasteroiden zusteuert, hat gerade einen Hochgeschwindigkeitsvorbeiflug am Mars absolviert und den Roten Planeten als Gravitationsschleuder genutzt, um Jahre von ihrer Reise abzukürzen. Die 2023 gestartete Mission Psyche passierte am 19. Mai 2026 den Mars in nur wenigen hundert Kilometern Entfernung und machte dabei frische Bilder der Planetenoberfläche, während sie weiterraste. Das Manöver war ein kritischer Test für die Navigation der Sonde und ein Schritt näher an ein Ziel, das noch keine Sonde besucht hat: eine Welt, die größtenteils aus Metall besteht.
Ein Gravitationsschub vom Mars, um eine Eisenwelt zu erreichen
Die Sonde Psyche schwang mit etwa 20.000 Kilometern pro Stunde am Mars vorbei und nutzte die Schwerkraft des Planeten, um ihre Flugbahn zu krümmen und Geschwindigkeit aufzunehmen. Ohne diese Unterstützung hätte die Sonde weit mehr Treibstoff und Jahre zusätzlicher Reisezeit gebraucht, um ihr Ziel zu erreichen, den Asteroiden 16 Psyche. Dieser Asteroid im Hauptgürtel zwischen Mars und Jupiter gilt als freiliegender Nickel-Eisen-Kern eines frühen Planeten. Wissenschaftler glauben, dass seine Erforschung zeigen könnte, wie die Erde und andere Gesteinsplaneten entstanden sind.
Was die Sonde sah und was als Nächstes kommt
Während des Vorbeiflugs richtete Psyche ihre Kameras auf den Mars und nahm Bilder der Planetensichel auf, die staubiges rötliches Gelände und einen dünnen blauen Dunst am Rand zeigten. Die Sonde nutzte auch ihre Wärmebildkamera und ihr Spektrometer, um Daten über die Marsoberfläche zu sammeln. Der Vorbeiflug war Jahre im Voraus geplant, und NASA-Ingenieure bestätigten, dass die Sonde in ausgezeichnetem Zustand ist. Psyche ist nun auf Kurs, um 2029 am Metallasteroiden anzukommen.
Warum das für die Menschen auf der Erde wichtig ist
Für Wissenschaftler und Weltraumbegeisterte in den USA und auf der ganzen Welt markiert dieser Vorbeiflug eine seltene Gelegenheit, eine Sonde zu sehen, die einen anderen Planeten als Sprungbrett nutzt. Marsvorbeiflüge sind selten, weil sie präzise Zeitplanung und Flugbahnplanung erfordern. Der Erfolg gibt dem Missionsteam Vertrauen für die lange Reise vor ihnen. Gemeinden in der Nähe der NASA-Zentren in Kalifornien und Florida, wo die Mission gebaut und gemanagt wird, haben den Fortschritt der Sonde genau verfolgt. Der Vorbeiflug lieferte auch frische Bilder des Mars, die zusammen mit Daten von bereits am Planeten befindlichen Orbitern untersucht werden.
Diese enge Begegnung mit dem Mars ist nicht das endgültige Ziel. Psyche hat noch drei Jahre Reise vor sich, bevor sie den Asteroiden erreicht, der der Mission ihren Namen gibt. Aber der Vorbeiflug hat bewiesen, dass die Sonde präzise durch den Tiefenraum navigieren kann, und bereitet die Bühne für den ersten genauen Blick der Menschheit auf eine Metallwelt.