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🇦🇺 Australien Durchbrüche 2 min

Non-binärer Graphic Novel Autor gewinnt erstmals Australiens Stella Preis

Eine Graphic Novel über eine queere chinesische Frau, die in einer Montrealer Küche arbeitet und ihren alternden Großvater pflegt, hat gerade australische Literaturgeschichte geschrieben. Lee Lai, ein non-binärer Autor, gewann...

Eine Graphic Novel über eine queere chinesische Frau, die in einer Montrealer Küche arbeitet und ihren alternden Großvater pflegt, hat gerade australische Literaturgeschichte geschrieben. Lee Lai, ein non-binärer Autor, gewann 2026 den Stella Preis für ihr Buch Cannon und ist damit der erste non-binäre Gewinner und der erste Graphic Novel Autor, der die 60.000 Dollar Auszeichnung erhält.

Eine Geschichte von stiller Wut und unbezahlter Pflege

Das Buch folgt einer jungen Frau namens Cannon, deren richtiger Name Lucy ist, dann Luce, dann der ungewollte Spitzname (lose) Cannon. Sie lebt auf der „uncoolen Seite ihrer Zwanziger“ in Montreal, Kanada. Tagsüber kümmert sie sich um ihren Gung Gung, ihren mütterlichen Großvater, einen ehemaligen Tyrannen, der nun altersschwach ist. Ihre emotional abwesende Mutter bietet keine Hilfe. Nachts arbeitet Cannon in der Küche eines Feinschmeckerrestaurants und verwandelt Chaos in Ordnung. Ihre langjährige beste Freundin Trish benutzt Cannon als Resonanzboden für all ihre Probleme und schöpft heimlich aus Cannons Leben als Material für ihre eigene Schriftstellerkarriere.

Ein Preis, der zwei Barrieren auf einmal durchbrach

Der Stella Preis ist ein australischer Literaturpreis für Frauen und non-binäre Autoren. Lais Sieg markiert das erste Mal, dass ein non-binärer Autor den Preis gewonnen hat, und das erste Mal, dass eine Graphic Novel gewonnen hat. Die Auszeichnung ist mit 60.000 Dollar dotiert. Die Jury wählte Cannon aus einem Feld von Kandidaten aus und hob die Untersuchung der Unterdrückung und Wut einer jungen Frau hervor, die darum kämpft, die Bedürfnisse aller um sie herum auszugleichen.

Für australische Leser und die Literaturszene signalisiert der Sieg eine Erweiterung dessen, welche Arten von Geschichten und Geschichtenerzählern auf höchster Ebene anerkannt werden. Eine Graphic Novel, ein non-binärer Autor und eine Protagonistin, die weder heldenhaft noch bemitleidenswert ist, sondern still unter unsichtbarer Arbeit zusammenbricht, haben nun einen Preis gewonnen, der ursprünglich gegründet wurde, um das Geschlechterungleichgewicht im australischen Verlagswesen zu bekämpfen. Die Handlung in Montreal und der Fokus auf das Innenleben einer queeren chinesischen Frau spiegeln auch eine Verschiebung hin zu Geschichten wider, die Grenzen und Genres überschreiten. Der Stella Preis hat mit einer Entscheidung seine eigene Definition davon erweitert, wer gehört wird.

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