Ein Raumschiff wird bald versuchen, das erste Röntgenporträt des unsichtbaren magnetischen Schutzschilds der Erde aufzunehmen. Die Smile-Mission, ein Gemeinschaftsprojekt der Europäischen Weltraumorganisation und der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, soll am 9. April vom europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana starten.
### Der beispiellose Blick aus einer einzigartigen Umlaufbahn
### Ein transkontinentales Team erreicht den Startplatz
Die Vorbereitungen im Raumfahrtzentrum Guayana sind abgeschlossen, die vier Stufen der Vega-C-Rakete sind bereits auf der Rampe gestapelt und warten auf ihre Nutzlast. Das Raumschiff und alle Raketenteile sind eingetroffen. Nach dem Start werden die Raketenstufen über einen Zeitraum von 57 Minuten abgetrennt, bevor Smile ausgesetzt wird. Der Missionserfolg wird 63 Minuten nach dem Abheben bestätigt, wenn sich die Solarpaneele des Satelliten entfalten.
Die Mission wird Smile zunächst in einen erdnahen Orbit bringen. Von dort aus wird sich das Raumschiff in eine stark elliptische Endumlaufbahn manövrieren. Dieser Weg führt es 121.000 Kilometer über den Nordpol, um wissenschaftliche Daten zu sammeln, und dann hinunter auf nur 5.000 Kilometer über den Südpol, um diese Daten an Bodenstationen zu senden. Dieses orbitalen Tanzes ist darauf ausgelegt, die Beobachtungszeit zu maximieren.
Smile trägt zwei Schlüsselinstrumente, um seine wissenschaftlichen Ziele zu erfüllen. Eine Ultraviolettkamera wird einen beispiellosen, 45-stündigen Dauerblick auf das Nordlicht liefern, ein dramatisches visuelles Phänomen, das durch Sonnenaktivität verursacht wird. Grundlegender ist eine Röntgenkamera, die die allerersten Röntgenbeobachtungen der Magnetosphäre der Erde machen wird – des magnetischen Felds des Planeten, das als schützende Blase gegen den ständigen Strom von Teilchen und Strahlung der Sonne wirkt.
Der Start markiert den Höhepunkt einer internationalen Zusammenarbeit. Die ESA hat in den Tagen vor dem Ereignis eine Reihe von Online-Medienbriefings auf Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und Deutsch organisiert, was das globale Interesse unterstreicht. Die Mission stellt einen bedeutenden Schritt in der weltraumgestützten Heliophysik dar, weg von der Messung solare Teilchen hin zur direkten Abbildung, wie das Erdmagnetfeld mit ihnen interagiert und von ihnen geformt wird. Die Daten versprechen ein neues visuelles und wissenschaftliches Verständnis der dynamischen Beziehung unseres Planeten zu seinem Stern.